Energiepass für Immobilien bald zwingend bei Verkauf und Vermietung

Das spanische Industrieministerium arbeitet an einem Gesetzesentwurf, der Immobilieneigentümer verpflichtet, bei jedem Verkauf oder bei jeder Vermietung ein Zertifikat über die Energieeffizienz seiner Wohnung oder seines Hauses vorzulegen.

Die Förderung der Energieeffizienz bei Gebäuden wurde bereits in einer EU-Direktive aus dem Jahr 2002 festgeschrieben und wird voraussichtlich noch in 2012 Einzug in nationales spanisches Recht erhalten. Während bisher nur Bauherren die Energieeffizienz ihrer Neubauten nachweisen mussten, sind nun auch private Eigentümer gebrauchter Immobilien in der Pflicht.

Die Kosten für ein Energiezertifikat dürfte schätzungsweise bei rund 250€ für eine Wohnung mit ca. 100m² liegen. Da die Zertifikate jedoch von dafür qualifizierten Unternehmen erstellt werden, werden die Kosten vom freien Spiel der Märkte und den Gesetzen von Angebot und Nachfrage bestimmt werden.

Ähnlich wie beim Kauf von Waschmaschinen oder Geschirrspülern wird die Energieeffizienz von Gebäuden in Stufen von A – G angegeben sein. Eigentümer müssen das Zertifikat nicht nur einem Mieter bzw. Käufer vorlegen, sondern in jeglicher Werbung für die Immobilie Angaben zur Energieeffizienz machen. Im Falle eines Verstoßes gegen diese Vorschrift könnte dem Eigentümer eine Geldbuße drohen. In Italien sieht das nationale Recht z.B. Bußgelder zwischen 1.000 und 5.000€ vor.

Sollte die Gebäude eine „schlechte Note“ bescheinigt werden, dürften auf den Eigentümer erhebliche Kosten zukommen, die bei weitem übern denen für das Zertifikat liegen. Zum einen müsste er eventuell Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz in Auftrag geben, um die Wettbewerbsfähigkeit beim Verkauf oder der Vermietung zu verbessern. Zum anderen könnte seine Immobilie einen Wertverlust erleiden, wenn ansonsten gleichwertige Immobilien eine bessere Energie-Note bekommen.

Experten gehen davon aus, dass die Energiekosten für eine mit Bestnote „A“ bewertete Immobilie um 20-30% geringer sein könnten, als die Kosten einer Immobilie, die mit „C“ oder „D“ bewertet ist. Die erforderlichen Investitionen für eine Verbesserung der Energieeffizienz könnten sich so in weniger als 5 Jahren amortisieren.

Da Fuerteventura zu Spanien gehört, wird das Gesetz natürlich auch hier gelten, und auch hier werden Eigentümer verpflichtet sein, einen Energiepass für ihre Immobilie erstellen zu lassen. Welchen Aussagewert diese Note bei dem hier vorherrschenden Klima hat, kann natürlich dahingestellt bleiben. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss auf die Benotung die Tatsache hat, dass die meisten Häuser weder über Heizung, Klimaanlage noch Wärmedämmung verfügen.

1 Kommentar

  1. Bei der Arbeitslosenquote auf den Kanaren ist das doch mal eine originelle Arbeitsbeschaffungmassnahme. Ich hoffe, es gibt hier genug Fachfirmen dafür. Dann müssen hier die Bauwerke wohl gegen die Sonneneinstrahlung gedämmt werden.

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