Ehrenpräsident des WWF Spanien geht Elefanten jagen

Der World Wide Fund for Nature (WWF, früher World Wildlife Fund) ist eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt. In Spanien existiert die Organisation seit 1968, damals unter dem Namen Adena und seit 2009 als WWF.

Durch einen Zufall wurde Mitte April 2012 bekannt, dass der Ehrenpräsident des WWF Spanien zur Elefantenjagd in Botswana war. Der WWF unterstützt diverse Projekte zum Schutz afrikanischer und asiatischer Elefanten.

Beim Ehrenpräsidenten des WWF Spanien handelt es sich um niemand geringeren als den König von Spanien, Juan Carlos I.

Diese Tatsache hat die Internetplattform Actuable zum Anlass genommen zu fordern, dass Juan Carlos I. nicht länger Ehrenpräsident des WWF Spanien sein solle. Innerhalb weniger Tage hatten bereits 43.000 Bürger die Initiative unterschrieben.

Üblicherweise macht das Königshaus keine Angaben zum Privatleben wie z.B. zu privaten Reisen der königlichen Familie. Da der 74-jährige König allerdings während der Jagdreise gestürzt war und sich die rechte Hüfte gebrochen hatte, gelangten die Informationen über seinen Unfall und seine Reise an die Öffentlichkeit. Der Unfall ereignete sich allerdings nicht während der Jagd, sondern als der König im Jagdcamp über eine Stufe stolperte.

Neben dem Segeln ist die Jagd die zweite große Leidenschaft des spanischen Monarchen, nachdem er das Skilaufen nach einem schweren Unfall aufgeben musste. Obwohl die Jagd schon immer Privileg der Adligen war, hat das Bekanntwerden der Elefantenjagd des Königs zu teils heftiger Kritik geführt.

Nach Bekanntwerden der Teilnahme an der Elefantenjagd und in Anbetracht des massiven öffentlichen Drucks hat der Generalsekretär des WWF in einem Brief an das Königshaus um ein Treffen gebeten und dem König mitgeteilt, dass ein großer Teil der öffentlichen Meinung die Elefantenjagd ablehne, selbst wenn diese in einigen Ländern legal sei, und fordere, dass der König von seinem Amt als Ehrenpräsident des WWF Spanien zurücktritt.

Der Präsident des Spanischen Jagdverbands vertritt demgegenüber eine Meinung, die nicht der der breiten Öffentlichkeit entspricht: „Das Problem ist die Wilderei wegen des Elfenbeins, nicht aber die Jagdbewirtschaftung, da diese eine Einkommensquelle für die afrikanischen Nationalparks ist, und es wird mit allen erforderlichen Genehmigungen gejagt. Oft werden berühmte Persönlichkeiten eingeladen, da sie den Tourismus anziehen“. Befürworter der legalen Elefantenjagd sind sogar der Ansicht, dass diese in einigen Gebieten unbedingt notwendig ist, da die Elefanten sich sonst ungehindert vermehren würden, und somit die Lebensgrundlagen für andere Tierarten zerstören könnten.

Laut WWF werden Elefanten in vielen Gebieten Afrikas in den nächsten 50 Jahren aussterben, wenn keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Der König hat mittlerweile seine Teilnahme an der Elefantenjagd öffentlich bedauert und versprochen, dass dies in Zukunft nicht mehr vorkommen wird.

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