Nur 10 von 42 staatlichen Flughäfen in Spanien arbeiten profitabel

Nach den Milliardeninvestitionen der letzten Jahre ist das Flughafennetz in Spanien größer als das in Deutschland. Doch die Wirtschaftskrise hat Geisterflughäfen hinterlassen. Drei Flughäfen sind komplett stillgelegt, auf vier Flughäfen sind keine regelmäßigen Flugverbindungen eingerichtet, und auf einem weiteren Dutzend landet kaum je ein Flugzeug.

Von insgesamt 42 Flughäfen, die die staatliche Flughafenbetreibergesellschaft AENA bewirtschaftet, arbeiten nur 10 gewinnbringend. Von den 10 rentablen Flughäfen befinden sich allein 4 auf den Kanaren.

Auf Platz 1 der rentabelsten Flughäfen der Kanaren und auf Platz 2 in Spanien liegt der Flughafen Teneriffa Süd (Reina Sofia) mit einem Passagiervolumen von 8.530.187 in 2011 und einem Jahresgewinn von 24,98 Mio. Euro. Der Flughafen von Gran Canaria liegt mit einem Jahresgewinn 2011 von 22,93 Mio. Euro knapp dahinter. Der Flughafen von Lanzarote erzielte einen Gewinn von 8,67 Mio. Euro und der von Fuerteventura immerhin noch 1,21 Mio. Dagegen sind die kleineren kanarischen Flughäfen hochdefizitär. So verzeichnete La Palma einen Verlust von 14,67 Mio. Euro, Teneriffa Nord von 6,6 Mio., El Hierro 5,29 Mio. und La Gomera von 3,72 Mio. Euro.

Insgesamt ist AENA mit 12,313 Mrd. Euro verschuldet, der jährliche Verlust liegt bei rund 220 Mio. Euro.

Zusätzlich unterstützen vielerorts die Verwaltungen der Gemeinden oder Provinzen „ihre“ Regionalflughäfen mit insgesamt rund 50 Mio. Euro pro Jahr, um Fluggesellschaften anzulocken und die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen zu steigern, obwohl diese teilweise weniger als 150km auseinander liegen. Auf den Kanaren ist dagegen genau das Gegenteil passiert: Die Kanarische Regierung hat die Subventionen für Billigairlines im Rahmen ihrer Sparmaßnahmen weitgehend eingestellt.

Die Europäische Union will nun die spanische Flughafenblase anstechen und im nächsten Jahrzehnt die öffentlichen Hilfen für Flughäfen beschränken. Ziel einer neuen europäischen Direktive, die in 2014 in Kraft treten wird, ist es, die Verschwendung von öffentlichen Geldern in Infrastruktureinrichtungen zu verhindern, die unnötig sind bzw. den freien Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerren.

Die neuen europäischen Normen erlauben Subventionen von Flughäfen nur noch dann, wenn eine „tatsächliche Notwendigkeit für den Transport besteht und die öffentlichen Hilfen erforderlich sind, um die Verkehrsanbindung und Zugänglichkeit einer Region zu garantieren. Von den neuen Bestimmungen dürften also vor allem kleinere Flughäfen profitieren, die sich nicht mit Hilfe von privatem Kapital finanzieren können, und die beispielsweise auf kleinen Inseln wie La Palma befinden.

Im Prinzip sollten also die geplanten Vorschriften zur Reduzierung öffentlicher Hilfen die Kanarischen Flughäfen nicht betreffen. Dennoch fordern die Kanaren nach wie vor die Übernahme der Bewirtschaftung der kanarischen Flughäfen, um sicherzustellen, dass die hier erwirtschafteten Gewinne auch zum größten Teil wieder hier investiert werden. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt sehen die Kanaren auch eine soziale Besonderheit ihrer Flughäfen: Die Inseln sollten als ein einziges Ziel betrachtet werden, mit einem einzigen Flughafen, aber mit 8 Landebahnen, wo eigene Entscheidungen getroffen werden können.

Die spanische Verkehrsministerin, Ana Pastor, hat einen wahren Feldzug unternommen, um das riesige Finanzloch bei AENA zu stopfen, das dazu führte, dass allein 40% der flüssigen Mittel für Zinszahlungen draufgehen. Der Versuch, rund 6 Mrd. privates Kapital mit an Bord zu nehmen, ist kläglich gescheitert, weil die potentiellen Investoren von der immensen Schuldenlast abgeschreckt wurden. Letztlich wurde das „going public“ auf einen späteren, günstigeren Zeitpunkt verschoben. Dennoch hat die Ministerin die Privatisierung von Teilbereichen vorangetrieben. So wurde die Bewirtschaftung der Einzelhandelsflächen und Duty-Free-Shops ausgeschrieben, genauso wie der Betrieb der Kontrolltower für 18.1 Mio. Euro und die Bewirtschaftung der rund 100.000 Parkplätze, die noch einmal rund 100 Mio. Euro einbringen. Als nächstes steht die Ausschreibung der Dienstleistungen am Boden an.

1 Kommentar

  1. NUN KOMMT DER RUN,–eben wegen der Ägyptenkrise, Tunesien und auch Marokko sind nicht mehr so ansprechende Partner für erholsamen Urlaub, Na das kommt den Kanaren und Balearen sehr zugute. Ich bin von einem Unruheland auch nicht begeistert. Da macht mal was daraus.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Spanien-Nachrichten