Swiss Space Systems wählt Gran Canaria als Basis für Satellitenstarts und Weltraumtourismus

Das schweizer Weltraumunternehmen Swiss Space Systems, kurz S3, hat ein klares Motto: „Space for all“ („Weltraum für alle“) und verfolgt kein geringeres Ziel, als Weltmarktführer für kostengünstige Starts von Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 250kg zu werden. Außerdem plant das Unternehmen, in das Weltraumtourismusgeschäft einzusteigen.

Während das Zentrum für Forschung und Entwicklung im schweizer Payerne verbleibt, werden Elemente und Subsysteme für das Satellitenshuttle in anderen Ländern, darunter Spanien, gefertigt.

Die Kanaren bieten aus Sicht des Unternehmens den perfekten Standort für Testeinrichtungen für Subsysteme, Mock-Up und Motoren, sowie für erste Flugtests des Gesamtsystems, die für 2017 geplant sind.

So werde auf Gran Canaria eine Art Weltraumflughafen entstehen, wo die Satelliten in das Trägersystem integriert werden, und von wo aus die ersten kommerziellen Starts in 2018 stattfinden sollen.

Die Kosten für einen Satellitenstart mit dem System von S3 sollen nur ein Viertel der derzeitigen Kosten mit anderen Systemen betragen. Dadurch sollen Satellitenstarts für eine breitere Kundenbasis „erschwinglich“ werden.

Das System sieht einen dreistufigen Aufstieg des Satelliten vor. Mit einem Airbus 300 wird das Weltraumshuttle SOAR in eine Höhe von rund 10km gebracht und dort abgekoppelt. Das SOAR bringt den Satelliten dann in eine Höhe von rund 80km und gleitet dann zur Ausgangsbasis zurück, weshalb es wiederverwendet werden kann. Der Satellit „steckt“ in einer Art Antriebsgehäuse, das ihn in seine endgültige Umlaufbahn in rund 700km Höhe bring und ihn dort frei gibt. Der Raketenantrieb verglüht bei seiner Rückkehr in die Erdatmosphäre vollständig, ohne Weltraumschrott zu hinterlassen.

Neben den Satellitenstarts sieht das Unternehmen weitere Geschäftmöglichkeiten für die Weltraumbasis auf Gran Canaria. Zum einen soll Gran Canaria der erste europäische Standort für die Durchführung von sogenannten „Zero-Gravity-Flügen“ oder auch „Parabelflügen“ werden, bei denen man die Schwerelosigkeit erleben kann, sowohl zu touristischen als auch zu wissenschaftlichen Zwecken.

Des Weiteren ist das Trägersystem SOAR auch dazu geeignet, Weltraumtouristen in suborbitale Höhen zu fliegen.
S3 plant, insgesamt 200 Mio. Euro für die Entwicklung des Systems zu investieren, davon rund 60 Mio. auf den Kanaren.

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