Weniger Angestellte im kanarischen Tourismussektor trotz boomender Urlauberzahlen

Auch wenn der stark boomende Tourismussektor der Kanaren den Anschein erweckt, dass die Arbeitslosigkeit somit auch zurückzugehen scheint, ist genau das Gegenteil der Fall. Die hohe Arbeitslosigkeit, die in ganz Spanien zu einer schweren Krise geführt und sich mittlerweile zur Hauptsorge der Bevölkerung entwickelt hat, wird durch die Tatsache verstärkt, dass nach wie vor mehr Arbeitsplätze verlorengehen als geschaffen werden.

Der leichte Beschäftigungsanstieg in kanarischen Hoteleinrichtungen reicht bei Weitem nicht aus, um den allgemeinen Beschäftigungsrückgang im gesamten Tourismusbereich zu stoppen. Abgesehen von den gut gefüllten Touristenunterkünften haben alle anderen tourismusrelevanten Beschäftigungsbereiche, wie Gastronomie, Reisebüros oder Buchungsagenturen nach wie vor mit einem schmerzlichen Beschäftigungsrückgang zu kämpfen. Allein im ersten Quartal 2014 wurden gegenüber dem Vorjahreszeitraum ganze 12.359 Angestellte weniger berechnet und das obwohl es auf den Kanaren seit geraumer Zeit zum Normalfall geworden ist, dass die Touristenankunft auf den Inseln praktisch Monat für Monat neue Rekorde aufstellt. Doch die Rekordzahlen bei den Urlaubern und ihren Gesamtausgaben werden von den bitteren Zahlen im Arbeitsbereich schnell wieder in den Schatten gestellt.

Die vom Nationalen Statistikinstitut (INE) veröffentlichte Umfrage der Aktiven Bevölkerung (EPA), die als verlässlicher Maßstab für die tatsächliche Beschäftigungslage gilt, zeigt, dass die Beschäftigungszahlen in kanarischen Tourismuseinrichtungen im ersten Quartal des aktuellen Jahres gegenüber 2013 um 6,4% und somit auf 180.701 Angestellte zurückgegangen sind. Zwischen Januar und März 2014 hat sich zwar die Anzahl der Selbstständigen im Tourismussektor um 9,6% gegenüber 2013 erhöht, doch die Arbeitnehmerzahlen fielen im besagten Zeitraum gleichzeitig um 8,5%. Die Berechnungen bestätigen, dass der vereinzelte Anstieg, vor allem im Hotelpersonal, das im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um ganze 3,4% angewachsen ist, nicht ausreicht, um die schwachen Beschäftigungszahlen zu kompensieren. Arbeitgeberverbände wie die „Fecao“ wiesen auf die Auswirkung von All-Inclusive-Urlaubern hin – ein stetig wachsender Trend, der die Konsumausgaben von Touristen außerhalb der gebuchten Hoteleinrichtungen drosselt und somit die Rekordzahlen bei der Besucherankunft im Nu wieder verpuffen lässt. Insgesamt geht auf den Kanaren circa ein Fünftel der Beschäftigung auf Arbeit im Tourismussektor zurück, auf den Balearen sogar noch deutlich mehr. Die Tatsache, dass der nationale Durchschnitt bei nur etwa 12% liegt, macht deutlich, wie grundlegend die Tourismusindustrie auf den Inseln ist

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