Spanische Forscher vermuten Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und erhöhtem Krebsrisiko

Die meisten Menschen wissen nicht einmal davon, dass sie unter dem sogenannten Schlafapnoe-Syndrom (SAS) leiden. Dabei zählt dieses Beschwerdebild zu den häufigsten Schlafstörungen weltweit, allein in Spanien sollen etwa 6 Prozent der Bevölkerung darunter leiden.

Von einer Schlafapnoe spricht man bei immer wiederkehrenden Atemaussetzern im Schlaf, die den Sauerstoffgehalt im Blut absinken lassen, sodass der Körper automatisch und meist unbemerkt mit Weckreaktionen antwortet. Dies bedeutet nicht nur eine extreme Belastung für Herz und Kreislauf, sondern auch eine andauernde Tagesmüdigkeit aufgrund der verhinderten Tiefschlaf-Phase. Kennzeichnend für dieses Schlafproblem ist besonders lautes und unregelmäßiges Schnarchen, das durch Atempausen unterbrochen wird und mit plötzlichen Schnarchlauten fortgesetzt wird. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass diese nächtlichen Atemaussetzer Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen können. Die GES-Forschungsgruppe der spanischen Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (SEPAR) brachte das Schlafapnoe-Syndrom nun sogar auch mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung. Bei ihrer jüngsten Studie wurden fast 5000 Teilnehmer regelmäßig im Schlaf untersucht. Während dem jahrelangen Beobachtungszeitraum stellte man bei rund 260 Patienten, also 5,3 Prozent aller Teilnehmer, eine Krebserkrankung fest.

Die Untersuchungen zeigten anschließend, dass Menschen mit einer besonders schweren Schlafapnoe ein höheres Krebsrisiko aufwiesen. Grund dafür soll die mangelnde Sauerstoffversorgung sein, die das Wachstum von neuen Blutgefäßen begünstigt und somit die Ausbreitung von möglicherweise vorhandenem Tumorgewebe beschleunigt. Daher vermuten die Forscher auch, dass eine ausgeprägter Schlafapnoe in direktem Zusammenhang mit einer erhöhten Krebssterblichkeit steht. Um jedoch bei den Ergebnissen Klarheit zu schaffen und die aufgestellte Vermutung mit eindeutigen Daten beweisen zu können, müssen in Zukunft weitere Studien in diese Richtung durchgeführt werden. Forscher der GES arbeiten bereits an einer neuen Untersuchung mit mehr als 450 Teilnehmern aus ganz Spanien. In zwei bis drei Jahren sollen schließlich handfestere Ergebnisse vorliegen, die den Zusammenhang zwischen SAS und Tumorerkrankungen bestätigen könnten.

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