Vier Fincabetreiber wegen Ausbeutung eines illegal eingereisten Kolumbianers verhaftet

Die Nationalpolizei hat insgesamt vier Personen festgenommen, die sich wegen der illegalen Beschäftigung eines Kolumbianers unter menschenunwürdigen Verhältnissen auf einer Geflügelfarm der Gemeinde Ingenio auf Gran Canaria strafbar gemacht haben.

Es handelt sich dabei um das Besitzer-Ehepaar der Finca, den Geschäftsführer sowie den Leiter des Betriebs. Alle vier werden der strafbaren Verletzung von Arbeiterrechten beschuldigt, zwei von ihnen außerdem der Förderung illegaler Einwanderung.

Wie das kanarische Polizeipräsidium mitteilte, begannen die Ermittlungen, nachdem die Polizei erfahren hatte, dass ein Kolumbianer auf der Finca schwarz beschäftigt wurde, dabei in sklavenähnlichen Verhältnissen leben musste und extrem harter Arbeit ausgesetzt war. Die seit Februar andauernde Polizeiarbeit ergab, dass der Arbeiter nur einen freien Tag im Monat hatte und mit einem verschwindend geringen Lohn bezahlt wurde, der bedingt durch die Schulden in Höhe von 4.000 Euro für die illegale Einreise aus Kolumbien noch weiter verringert wurde.

Dieser Fall im Osten von Gran Canaria ist nicht der einzige seiner Art. Im September 2010 hatte das Strafgericht von Las Palmas einen Beamten wegen der Ausbeutung zweier marokkanischer Immigranten auf seiner Finca in Tenteniguada zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Aussagen der beteiligten Polizeibeamten sowie der Opfer, die auch in diesem Fall unter menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt wurden, waren maßgeblich für die Verurteilung des Fincabesitzers. Im April 2013 wurden außerdem zwei Anwohner der grancanarischen Hauptstadt wegen mutmaßlicher Ausbeutung von Arbeitern verhaftet. Die Opfer wurden hier als Telemarketer und Vertreter für Kosmetikprodukte beschäftigt, hatten keinen gültigen Arbeitsvertrag vorzuweisen und wurden auch nicht für Arbeit entlohnt.

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