Mutmaßlicher Flüchtlings-Schleuser auf Gran Canaria festgenommen

Im Internierungszentrum für Ausländer (CIE) auf Gran Canaria hat die Polizei einen senegalesischen Mann festgenommen, der beschuldigt wird, für eine Schlepper-Organisation zu arbeiten, die Flüchtlingsreisen unter fragwürdigen Bedingungen von der westlichen Saharaküste zu den Kanareninseln organisiert. Polizeiquellen zufolge soll die Bande auch hinter den vielen Flüchtlingsbooten stecken, die in den letzten Monaten vor den Kanaren auftauchten.

Erst im März wurde beispielsweise ein Boot von der kanarischen Seenotrettung entdeckt, das nach einer elftägigen Reise verloren im Atlantik umhertrieb. Zum Zeitpunkt der Rettung waren bereits 8 der 21 Flüchtlinge nicht mehr am Leben.

Wie die Polizei im Laufe ihrer Ermittlungen herausfand, ging die Schleuser-Mafia aus El Aaiún sogar so weit, dass sie gegenüber den Immigranten gewalttätig wurde, wenn diese sich weigerten an Bord der sogenannten Pateras zu gehen, sobald sie merkten, unter welch fragwürdigen Bedingungen sie schließlich auf die Reise geschickt werden. Auf den ziemlich dürftig ausgestatteten Booten gab es weder Schwimmwesten, noch Lebensmittel für die oft tagelange Reise auf hoher See.

Der 40-jährige Schleuser war offenbar dafür zuständig, die Immigranten in verschiedenen Wohnungen in Westsahara zu verstecken, während sie auf ihre Abfahrt warteten. Für die vermeintliche Reise in ein besseres Leben auf den Kanaren mussten die Flüchtlinge der Organisation im Schnitt zwischen 800 und 1.500 Euro zahlen. Wie die Polizei herausfand, war der festgenommene Mann selbst erst im Juli neben 33 weiteren Personen mit einem Flüchtlingsboot auf Gran Canaria angekommen. Als das Boot vor der Inselküste gerettet wurde, gab er eine falsche Identität an und wurde anschließend in einem Internierungslager für Ausländer untergebracht. Von dort aus ging er allem Anschein nach immer noch seiner Arbeit für die kriminelle Organisation nach, indem er die anderen Immigranten einschüchterte und dazu anstachelte, ebenfalls falsche Angaben zu machen und seine Position als Schleuser nicht zu verraten.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Kanaren-Nachrichten