Auf den Spuren der kanarischen Ureinwohner

Bis heute ist die Geschichte der Kanaren und somit die Herkunft der kanarischen Ureinwohner im Detail noch ungeklärt. Skelettfunde sowie zahlreiche Überlieferungen weisen jedoch darauf hin, dass der Ursprung der ersten Siedler im Norden Afrikas und dem dort ansässigen Volk der Berber liegt. Um diese Theorie auch aus wissenschaftlicher Sicht zu untermauern und genauer zu definieren, soll nun ein gemeinsames Projekt der beiden kanarischen Universitäten sowie der Stanford University dem genetischen Fingerabdruck der Ureinwohner auf den Grund gehen.

Die Idee dahinter klingt simpel: Aus bereits analysierten archäologischen Funden menschlicher Überreste von Ureinwohnern sollen mithilfe modernster Forschungstechniken aus dem Bereich der Genetik nicht mehr nur die mütterlicherseits vererbte mitochondirale DNA untersucht werden, sondern das komplette Genom und somit das gesamte Erbgut der gefundenen Überreste gewonnen werden.

Die Ergebnisse will man anschließend mit den Proben moderner sowie älterer nordafrikanischer Völker vergleichen, um eine Abstammung nachweisen zu können und ferner auch den Kolonisierungsprozess der kanarischen Ureinwohner zu verstehen.

In den 90er-Jahren gelang es bereits zwei Biologen der Universität La Laguna nachzuweisen, dass sowohl bei aktuellen als auch bei älteren kanarischen Bevölkerungsgruppen eine nordafrikanische Abstammung besteht. Die Theorie eines berberischen Ursprungs wurde somit zwar durch eine nachgewiesene Verbindung der ersten kanarischen Siedler mit Populationen aus Nordafrika bereits bestärkt, soll nun aber mithilfe dieses Projekts noch detaillierter werden.

Wie Biologin und Genetik-Expertin Rosa Fregel glaubt, wird es sehr kompliziert sein, den exakten Herkunftsort zu finden. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass er durch diese Untersuchungen deutlich eingegrenzt werden kann. Die Ergebnisse, so Fregel, könnten Licht ins Dunkel bringen, da durch eine Bestimmung des vollständigen Genoms nicht nur der geographische Ursprung der menschlichen Überreste festgelegt werden könne, sondern auch Informationen über Merkmale wie beispielsweise Haut- oder Augenfarbe gewonnen werden könnten.

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