Montaña de Tindaya – Heute noch ein heiliger Berg, morgen schon ein Kunstwerk?

Eins ist sicher: Mit der Unterzeichnung eines Übereinkommens durch Kanaren-Präsident Fernando Clavijo und Insel-Oberhaupt Marcial Morales, mit dem die Kanarische Stiftung für das Denkmal der Toleranz im Berg von Tindaya (Fundación Canaria Monumento a la Tolerancia en la Montaña de Tindaya) offiziell gegründet wurde, gibt es wieder genügend Zündstoff für Demonstrationen gegen das umstrittene Künstler-Projekt des verstorbenen baskischen Bildhauers Eduardo Chillida. Die Stiftung, der neben dem Cabildo, der Gemeindeverwaltung von La Oliva und der Kanarischen Regierung selbst noch viele weitere Politiker angehören, nimmt sich zum Ziel, das Mammut-Projekt nach den Plänen Chillidas nach jahrzehntelangem Hin und Her nun endgültig in die Tat umzusetzen. In Kürze soll das Projekt bereits öffentlich ausgeschrieben werden.

Der Großteil der Inselbevölkerung sowie zahlreiche Umweltschützer und Kulturaktivisten sträuben sich jedoch vehement dagegen, den als heilig geltenden und als Naturdenkmal geschützten Berg von Tindaya auszuhöhlen und in ein modernes Kunstwerk zu verwandeln. Den Ideen des Künstlers zufolge soll ein Denkmal für die Toleranz entstehen, indem im Berg ein innerer Raum für Menschen aller Hautfarben und Herkunftsländer geschaffen wird, der durch gezielt ausgerichtete Lichtschächte und eine gigantische Deckenhöhe eine mystische Atmosphäre erzeugt.

Aller Abneigung der Chillida-Gegner zum Trotz wurde mit dem unterzeichneten Übereinkommen zur Gründung der Stiftung jedoch bereits der erste Schritt für die Wiederaufnahme des Projekts getan. Den engagierten Plänen der Befürworter zufolge sollen die eigentlichen Bauarbeiten noch im kommenden Jahr aufgenommen werden. Laut dem letzten Bericht des Cabildo wird die Realisierung des Kunstprojekts bis zu 80 Millionen Euro in Anspruch nehmen, die vollständig vom ausführenden Unternehmen zu tragen sind. Nach spätestens vier Jahren Bauzeit soll aus Chillidas Lebenstraum schließlich Realität werden. Die in den Bau des Projekts investierte Geldsumme würde laut Verwaltungsoberhaupt Marcial Morales nach einem Zeitraum von spätestens 14 Jahren allein durch die erwarteten Einnahmen wieder an den Bauträger zurückfließen. Anschließend würde das Denkmal wieder der Stiftung übergeben werden, die den Betrieb des „Bergmuseums“ dann erneut in einer Ausschreibung veröffentlichen will.

Nachdem die Rechte am Bauprojekt bereits Anfang vergangenen Jahres in einem unterzeichneten Übereinkommen von der Familie des verstorbenen Bildhauers an die kanarische Regierung und das Cabildo von Fuerteventura übertragen wurden, sind diese nun an die Stiftung übergegangen.

3 Kommentare

  1. Hallo Tiger – es gibt 2 Möglichkeiten.

    1. Man baut endlich eines der grössten Landartprojekte der Neuzeit und katapultiert sich endlich auch kulturell in die Top Ten Inseln inklusiv auch als Heiliger Berg , denn es wird absolut keine Felsenzeichnung zerstoert noch veraendert

    2. oder man wandert nach wie vor lustig den Berg hoch , pflanzt dort Cannabis am Hang entlang , singt , musiziert oder meditiert und macht schliesslich am Gipfel noch ein SELFIE etc

    Uebrigens sind wie überall auf der Welt anfangs ein paar Leute gegen alles , was sie schwer begreifen und gegen alle Neuen Kukturprojekte sowieso . Auch den Eifelturm wollte kein Pariser Einwohner., jetzt lebt die Hälfte davon…..

  2. Wenn doch so viel Leute dagegen sind wird es trotzdem durch gezogen. Wieso? Ist die Meinung der Einwohner so wenig wert? Der Berg ist ihnen doch Heilig.Geld regiert die Welt auch auf den Kanaren.Schade.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura-Nachrichten