64 Prozent der kanarischen Schüler sind schlecht in Mathe

Aus einem Bericht des Isaac-Newton-Verbandes kanarischer Mathelehrer geht hervor, dass knapp zwei Drittel aller Schüler aus Primar- und Sekundarstufe der Kanaren schwache Leistungen in Mathe erbringen. Schuld daran sei jedoch nicht die Intelligenz der Kinder, sondern vielmehr der Unterricht selbst.

Nur etwa drei Prozent der kanarischen Schülerschaft zeige sehr gute Kenntnisse im Bereich der Mathematik.

Dem Experten Domingo Quintero zufolge läge der Ursprung des Misserfolgs nicht nur in einer Überlastung der Lernfähigkeit durch zu viel Auswendig-Lernen, sondern auch in der fast ausschließlichen Arbeit mit reproduktiven Aufgaben sowie einer fehlenden Verknüpfung der Rechenaufgaben mit alltäglichen Problemen. Dies führe zu einer allgemeinen Ablehnungsstimmung gegenüber dem unbeliebten Fach und ferner auch dazu, dass immer weniger Kinder eine naturwissenschaftliche Karriere anstreben würden.

Der Großteil des in Schulen behandelten mathematischen Unterrichtsstoffs beschränkt sich auf reproduktive Übungen, d.h. Aufgaben, die sich ausschließlich auf die Wiedergabe von bereits gelerntem Wissen beschränken und nur sehr wenig oder kein problemlösendes Denkverhalten erfordern. Voneinander unabhängige, nicht gekoppelte Aufgaben würden die Schüler jedoch viel mehr zum Denken anregen und sie dazu auffordern, den Lösungsweg zu analysieren und auch über das erhaltene Ergebnis nachzudenken. Ein solches Verhalten suche man jedoch bei den meisten Kindern vergeblich.

Wie Quintero weiterhin erklärt, seien die größten Schwierigkeiten darin zu sehen, etwas, das man gelernt hat, auch im realen Leben anwenden zu können. Viele Schüler erzielten zwar gute Noten, doch sie wüssten meist nicht, wie sie das Gelernte auch zum Einsatz bringen. Hier seien die Bildungseinrichtungen selbst gefragt, um den Kindern die Möglichkeit zu bieten, den Lernstoff nicht als lästige Schwierigkeit zu sehen, sondern als etwas Nützliches.

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