Ex-Freund der vermissten Juani aus Gran Canaria steht unter Mordverdacht

Seit dem 21.08.2016 wird in Las Palmas auf Gran Canaria eine Frau vermisst, die im Stadtteil La Paterna wohnte und dort ein kleines Lebensmittelgeschäft betrieb. Familienangehörige hatten schließlich eine Vermisstenanzeige aufgegeben, nachdem sie vergeblich versucht hatten die Frau zu erreichen.

Am Samstagabend zuvor hatte sich die Vermisste noch mit ihrem ehemaligen Lebensgefährten verabredet, mit dem sie nach jahrelanger Trennung noch gut befreundet war. Der Mann soll offenbar der Letzte gewesen sein, den Juani vor ihrem Verschwinden gesehen hat. Dieser behauptet jedoch, seine Ex-Freundin nach dem Ausflug Hause begleitet und sie an der Eingangstür verlassen zu haben.

Anfang September wurde Miguel R. als Hauptverdächtiger festgenommen, nachdem die Polizei ihn zu dem plötzlichen Verschwinden befragt hatte und sich ernsthafte Widersprüche in seinen Aussagen ergaben. Aktuell steht er sogar unter dem Verdacht, die vermisste Frau ermordet zu haben.

Um den Abend so nachzustellen, wie er dem Verdächtigen zufolge abgelaufen sei, folgte die Polizei der beschriebenen Strecke während einer gerichtlich angeordneten Rekonstruktion des Tathergangs . Man startete am Haus der Vermissten in La Paterna, begab sich von dort aus zum Barranco de Moya und wieder zurück. Nach diesem ersten Rundgang wurde dann die Strecke rekonstruiert, die sich durch die Standortanalyse beider Mobiltelefone ergab. Das Paar soll demnach von La Paterna aus nach Pepe Chiringo im Norden unterwegs gewesen sein. In der Küstenzone um das Gebiet El Guincho endet die Spur der mobilen Ortung dann plötzlich.

Zwar dürfen detaillierte Informationen über die bisherigen Ermittlungserfolge nicht bekannt gegeben werden, es soll allerdings eindeutige Beweise dafür geben, dass der Mann bei der Beschreibung des gemeinsamen Ausflugs gelogen hatte. Mittlerweile geht die Polizei sogar davon aus, dass die Frau in besagter Nacht einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Angesichts der letzten bekannten Standortinformationen hält man es durchaus für möglich, dass sie an einer Stelle ins Meer geworfen hat, an der es eine Art Rampe gibt. Die Polizei hatte Miguel R. im Laufe der Vermittlungen überwacht und so festgestellt, dass er drei Mal nach dem Verschwinden der Frau zu eben genau dieser Stelle gefahren war. Die Polizei geht davon aus, dass er versucht habe, an einer der Rampe gegenüberliegenden Stelle an der Küste festzustellen, ob es Zeichen der Leiche gab, diese also in den Felsen hängen geblieben war, oder wieder angespült worden war.
Das Gericht ordnete ein Gutachten über die Strömungen in der Zone an, um dann auf die Hilfe von Tauchern zurückgreifen zu können und auf diesem Wege vielleicht die Leiche zu finden. In El Guincho wurde zudem eine ausgiebige Untersuchung auf mögliche Spuren angeordnet. Auch die Schuhe des Verdächtigen werden ins Visier genommen und auf Kalksteinreste untersucht, die seinen Aufenthalt am vermuteten Tatort nachweisen könnten.

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