Ganz schön dreist: Britische Anwaltsbüros stiften Touristen zur Falschanzeige an

Die Polizei auf Gran Canaria ermittelt derzeit in mehrfachen Betrugsfällen, in denen britische Anwaltskanzleien Touristen auf der Straße abfangen und sie zu Falschanzeigen anstiften, mit denen sie eine Rückerstattung ihrer Reisekosten fordern können. Zu den Vorfällen wurde kürzlich eine Versammlung einberufen, bei der auch der leitende kanarische Polizeichef und Vertreter des regionalen Hotellerie- und Tourismusunternehmerverbandes (FEHT) anwesend waren, um sich über die mutmaßliche Betrugsmasche auszutauschen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Wie im Laufe der Ermittlungen bereits bekannt gegeben wurde, weiß man mittlerweile von Fahrzeugen mit britischen Kennzeichen, die in größeren Tourismuszentren der Inseln unterwegs sind. Von ihnen aus werden Urlauber animiert, Lebensmittelvergiftungen zu erfinden und so angeblich vorherrschende hygienische Mängel in Hotelküchen zur Anzeige zu bringen.

Sobald die Touristen dann wieder zu Hause in Großbritannien sind, reichen sie ihre Klage bei Gericht ein und fordern eine Rückerstattung, teilweise sogar Schadensersatz. Aufgrund der festgelegten Vertragsklauseln zwischen Reiseveranstalter und Hotel fällt die gesamte Verantwortung auf die beschuldigten Unterkünfte zurück. In den meisten Fällen wird die Klage von den Reiseveranstaltern automatisch akzeptiert und den betroffenen Touristen das Geld zurückerstattet. Das Hotel erhält schließlich die entsprechende Rechnung und bleibt auf den Kosten sitzen.

Durch die dreiste Abzocke leidet nicht nur die betroffene Hoteleinrichtung, sondern in größerem Ausmaß auch die gesamte Tourismusindustrie unter den Vorwürfen. Wie bei der Versammlung angekündigt wurde, wird das staatliche Tourismussekretariat die britischen Behörden über die betrügerische Strategie informieren und entsprechende Untersuchungen einleiten, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Auch auf Teneriffa und Fuerteventura sind inzwischen Fälle dieser Art von Abzocke bekannt geworden.

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