Armas-Fähre rammt Hafenmauer auf Gran Canaria: 13 Verletzte, Ölpest und Millionenschaden

Armas Hafenmauer

Am Abend des 21.04.2017 ist die Fähre „Volcan de Tamasite“ der Fährgesellschaft Armas frontal und ungebremst in die Mauer des Kais „Nelson Mandela“ auf Gran Canaria gefahren. Die Fähre war mit insgesamt 155 Personen an Bord auf dem Weg von Gran Canaria nach Teneriffa. Ursache des Unfalls soll ein plötzlicher Stromausfall gewesen sein, der das Schiff manövrierunfähig machte.

Bei der Kollision wurden 13 Menschen leicht verletzt. Eine Person hat sich das Schlüsselbein angebrochen.

Die Schäden am Schiff seien laut Armas relativ gering, da der Aufprall genau frontal erfolgte und keine tragenden Elemente des Rumpfes in Mitleidenschaft gezogen wurden, sondern nur die Bugklappe und der Wulstbug.

Die Hafenmauer wurde auf einer Länge von rund 150m beschädigt. An der Stelle des Aufpralls klafft ein 20m breites Loch. Da die Oberkante der durchlöcherten Stelle nur noch 1,5 Meter über dem Meeresspiegel liegt, dürfte die Kaianlage bei widrigen Wetterbedingungen nicht mehr benutzbar sein, was zu wirtschaftlichen Folgeschäden führen wird. Die reinen Reparaturkosten für die Hafenanlagen werden auf rund 2 Mio. Euro geschätzt.

Am stärksten betroffen ist neben der Fährgesellschaft Armas, die ihre eigene Anlegestelle demoliert hat, die Firma Onyx. Das Unternehmen betreibt an dem Kai Pipelines für die Be- und Entladung von Tankschiffen. Diese Pipelines wurden bei dem Aufprall ebenfalls zerstört, was ebenfalls erhebliche finanzielle Folgeschäden nach sich ziehen wird.

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass in Folge des Unfalls rund 60.000 Liter Diesel ins Meer geflossen sind. Rund die Hälfte davon konnte in einem sofort eingeleiteten Notfalleinsatz mechanisch von der Meeresoberfläche entfernt werden. Dennoch hat sich ein bis rund 10 Quadratkilometer großer Ölfilm auf der Wasseroberfläche gebildet. Die Behörden hatten daraufhin vorsorglich die Küsten von San Cristóbal, La Laja, La Garita, Playa del Hombre, Melenara, Salinetas, Tufia und Ojos de Garza für den Badebetrieb gesperrt, obwohl man nicht von einer „schweren Umweltbeeinträchtigung“ ausgehe.

Zum Glück handelt es sich bei dem ausgelaufenen Treibstoff nicht um Schweröl sondern um Leichtöl, das innerhalb kurzer Zeit von alleine verdampft. Insofern besteht die Hoffnung, dass das Unglück für die Umwelt einigermaßen glimpflich ausgeht. Um das Verdampfen zu beschleunigen, haben mehrere Schiffe die Oberfläche des Films „umgerührt“.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde die Meerwasserentsalzungsanlage von Piedra Santa in Las Palmas vorübergehend abgeschaltet. Am Morgen des 22.04. konnten sie ihren Betrieb bereits wieder aufnehmen. Ölverschmutzungen können die empfindlichen Membranen der Umkehrosmoseanlagen zerstören.

Solche Schiffsunfälle ereignen sich laut Aussagen von Experten bei einem von 30.000 Manövern. Wäre der Stromausfall auf hoher See passiert, wäre er höchstwahrscheinlich ohne jegliche Folgen verlaufen, denn die Stromversorgung lässt sich meist wieder kurzfristig aktivieren. In diesem Fall war leider nur die Hafenmauer im Weg.

Die Fähre konnte nach dem Unfall immerhin mit eigenen Mitteln und der Hilfe von zwei Schleppern in den Hafen einlaufen.

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