Ägyptische Tigermücke auf Fuerteventura entdeckt

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Seit 2011 überwachen Forscher der Gesundheitsbehörden und des Instituts für Tropenkrankheiten der Universität La Laguna (Teneriffa) im Rahmen des „Systems für Entomologische Überwachung“ das mögliche Auftreten von invasiven Mückenarten auf den Kanaren. Zum ersten Mal seit Beginn der Überwachung schlugen die Forscher am 03.12.2017 Alarm: sie hatten auf Fuerteventura in der Nähe der Hauptstadt Puerto del Rosario Exemplare der Ägyptischen Tigermücke (aedes aegypti) entdeckt.

In anderen Regionen der Welt verbreitet dieses tropische Insekt Angst und Schrecken als Überträger von Gelbfieber, Dengue-Fieber, Zika-Fiber sowie einigen anderen fiesen Viruserkrankungen.

Das Wichtigste vorab: für die Bevölkerung von Fuerteventura geht nach Ansicht der Experten von den Mücken derzeit keine Gefahr aus, denn eine Mücke müsste zuerst einen infizierten Menschen stechen, um dann beim nächsten Stich die Viren auf einen anderen zu übertragen. Da auf Fuerteventura aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine infizierten Personen leben, ist eine Ansteckung schon allein dadurch auszuschließen. Obwohl bisher noch unbekannt ist, wie die Mücken nach Fuerteventura gekommen sind, vermuten die Wissenschaftler, dass sie in Form von Eiern mit Handelswaren über den Hafen der Insel „importiert“ wurden. Dies ist möglich, weil den Mücken schon geringste Wassermengen für die Eiablage und die Entwicklung der Larven zu fertigen Insekten ausreichen. Wenn die Mücken erst auf Fuerteventura geschlüpft sind, heißt das auch, dass sie in ihrem Herkunftsland niemanden gestochen haben können.

Trotz des sehr geringen Übertragungsrisikos setzten die Behörden alles daran, eine mögliche Invasion und Ausbreitung der Ägyptischen Tigermücke auf Fuerteventura im Keim zu ersticken.

Sofort nach der Entdeckung wurden weitere Mückenfallen im betroffenen Wohngebiet der Urbanisation Las Granadas bei Puerto del Rosario aufgestellt und mögliche Eiablageplätze gesucht. Trotz intensiver Suche konnte man bisher jedoch nur zwei Larven und wenige adulte Tiere finden, aber keine Eier. Eine Genanalyse der gefunden Tiere soll dabei helfen, die mögliche Herkunft zu ermitteln.

Am 19.12.2017 wurde die betroffene Bevölkerung in einer Versammlung in der Hauptstadt über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Invasoren informiert. Aufgrund der Lebensweise der Mücke ist die Mitwirkung der Bevölkerung wichtig, um eine Ausbreitung zu erschweren. Eine bedeutende Abwehrmaßnahme ist die Trockenlegung von sämtlichen möglichen Eiablageplätzen: Gießkannen, ungepflegte Pools, oder auch nur Autoreifen, in denen Wasser stehen bleiben kann. Der gesamte Lebenszyklus einer Mücke kann sich in nur 10 Tagen abspielen, weshalb die Mücken gerade in der Nähe von Menschen auch in sonst trockenen Gebieten oft gute Bedingungen zur Fortpflanzung finden.

Am 20.12.2017 müssen die Anwohner der Urbanisation für 12 Stunden ihre Wohnungen verlassen, da eine Schädlingsbekämpfungsfirma in einer weiträumigen Aktion die Mücken mit einem Insektizid ausräuchert. Dadurch dürfte wohl ohnehin schon sehr geringe Population weiter dezimiert werden. Voraussichtlich wird diese Maßnahme noch bis zu zwei Mal wiederholt werden müssen, um die Ägyptische Tigermücke auf Fuerteventura vollständig auszurotten.

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