Amazon packt´s nicht! Sendungen auf die Kanaren kommen oft nicht an

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Es ist eine der häufigsten Fragen, die ich nach 20 Jahren Residenz auf Fuerteventura gestellt bekomme: „Vermisst Du irgendetwas aus Deutschland ganz besonders? Schnee und Jahreszeiten oder so was?“ Die Antwort fällt mir nicht schwer: Schnee und Kälte gehören sicher nicht dazu. Der Kontakt zu Freunden und Familie lässt sich heutzutage über die sozialen Medien und Telekommunikationsmöglichkeiten von Fuerteventura nach Deutschland besser aufrecht erhalten, als das von 20 Jahren zwischen Berlin und Frankfurt möglich gewesen wäre.

Und so lautet meine Antwort regelmäßig: „Am meisten vermisse ich die Segnungen des Versandhandels: heute bestellt, morgen geliefert. Das kann man auf Fuerteventura leider vergessen. Immerhin kann man praktisch alles, was in ein Paket passt und nicht mehr als 30kg wiegt, im Internet bestellen. Man braucht nur etwas Geduld, dann hat man seine Bestellung in zwei bis drei Wochen in den Händen. Oder man ist bereit, viel Geld in die Versandkosten zu investieren, dann geht es meist deutlich schneller.

Doch viele Onlineshops sind nicht bereit, auf die Kanaren zu liefern, weil sie die Mühen für das Ausfüllen der Versandformulare scheuen. Selbst spanische Onlinehändler weigern sich meist, auf die Kanaren zu versenden. Hinzu kommt, dass spanische Onlinehändler für identische Produkte oft wesentlich höhere Preise aufrufen, als ihre Kollegen in Deutschland, wo der Wettbewerbsdruck online offenbar wesentlich höher ist.

Lange Zeit schien Amazon die Lösung zu sein: reibungsloser Bestellvorgang, Lieferung auf die Kanaren möglich -manchmal sogar MwSt.-frei- und das ganze zu Versandkosten, die sich in einem akzeptablem Rahmen hielten.
Doch seit einigen Monaten ist alles anders. Immer häufiger werden Bestellungen ohne Angaben von Gründen nicht ausgeliefert sondern zurückgeschickt. Was beim ersten Mal wie eine ungewöhnliche Ausnahme erschien, ist mittlerweile fast zur Regel geworden. Auch in den sozialen Netzwerken häufen sich immer mehr Beschwerden, dass Amazon-Sendungen nicht ankommen. Grund ist wohl, dass die für die Zollabwicklung erforderliche Rechnung nicht außen am Paket angebracht ist, weshalb die Logistik-Unternehmen die Sendung lieber retournieren, als mühsam und kostenintensiv die fehlende Rechnung beim Empfänger oder Versender anzufordern.

Das Problem soll möglicherweise an der Einführung eines neuen Logistiksystems liegen. Amazon wolle an einer Lösung arbeiten, lässt sich aber auf der anderen Seite nicht genau über die Gründe aus.

Ich werde mich jedenfalls bei meiner nächsten Bestellung von Produkten, die ich auf Fuerteventura nicht im lokalen Einzelhandel bekomme, nach alternativen Anbietern umsehen, die bereit und in der Lage sind, auf die Kanaren zu liefern.

Es macht nachdenklich, dass ein Unternehmen, das wie Amazon nach Perfektion strebt und den Einzelhandel revolutioniert hat, nicht in der Lage ist, eine Rechnung außen auf ein Paket zu kleben! Die können doch sonst alles! Wollen die vielleicht nicht?

Zur Ehrenrettung von Amazon möchte ich allerdings auch einen Lichtblick nicht unerwähnt lassen: Eine Bestellung, die ich an einem Samstag aufgegeben hatte, wurde mir am darauffolgenden Mittwoch auf Fuerteventura bereits ausgeliefert, und das von der sonst nicht für ihre Geschwindigkeit berühmten Spanischen Post Correos. Vier Tage und sogar ein Wochenende dazwischen, das war bisher absoluter Rekord. Das haben bisher selbst die Express-Versender noch nie geschafft.

1 Kommentar

  1. Einmal vor 2 Jahren ein Buch bei Amazon: hat tadellos geklappt. Frühling 2017 über einen Amazon-Händler 2 Klappstühle (ca. 14 Tage). Nespresso (2-3 Tage) und IKEA (2-4 Tage) klappen tadellos. Pakete mit der Post aus Österreich (von privat) ca. 5-7 Tage.

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