Nach vier Jahren Wachstum: leichte Abkühlung im Einzelhandel auf den Kanaren

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Der Einzelhandel ist der Motor und gleichzeitig das Konjunkturbarometer der Wirtschaft der Kanarischen Inseln. Seit vier Jahren wächst der Einzelhandel auf den Kanarischen Inseln von Jahr zu Jahr. Bis Juli 2016 gab es seit 16 Monaten keinen einzigen mit einem negativen Vorzeichen.

Doch nun zeigt der Einzelhandel auf den Kanaren erste Anzeichen für eine Abkühlung. Im Juli sank der Umsatz im Einzelhandel um 1,2% gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Landesvergleich gingen die Einzelhandelsumsätze im Juli 2018 spanienweit dagegen nur 0,6% zurück. Die Zahlen für August sind noch nicht raus, aber auch hier deutet vieles auf einen Umsatzrückgang hin. Es scheint so, als hätten die „rebajas“, der Sommerschlussverkauf, die Erwartungen nicht erfüllt. Man rechnet mit denselben Ergebnissen wie im Jahr 2017. Der vorausgesagte Anstieg von 3% dürfte ausgeblieben sein. Dies gilt sowohl für die kleinen Händler als auch für die großen.

Vergleicht man die akkumulierten Wachstumsraten für den Zeitraum von Januar bis Juli der letzten Jahre, zeigt sich, dass diese kleiner werden. In den Jahren 2008 bis 2013 schrumpfte der Einzelhandel stetig, teilweise um über 8% von Jahr zu Jahr. Im 2014 kehrte sich das Vorzeichen erstmals nach der Krise wieder um. Es lag 2014 bei 3,9%. In 2015 erreichte es 5,1% und in 2016 über 6%.

In 2017 lag das akkumulierte Wachstum bis einschließlich Juli bei nur noch 1,8%. Und in 2018 erreicht es nur noch 1,2%.

Unternehmer sehen kein Grund für Pessimismus

Die Unternehmer im Einzelhandel glauben, dass sich die Verkäufe im Verlauf des Jahres wieder verbessern. Man erwartet vor allem ein starkes Weihnachtsgeschäft.

Insbesondere die Mode- und Textilbranche sieht den Grund für die Umsatzeinbußen in der Sommersaison und im Schlussverkauf in den extremen Wetterbedingungen und in der wachsenden Konkurrenz durch den Onlinehandel. Auch in Spanien war es in diesem Sommer extrem heiß. Das hat sicher vielen Konsumenten die Lust am Shoppen vermiest. Zurzeit sehen sie noch keine Hinweise, dass die Abschwächung der Verkäufe mit einer allgemeinen Konjunkturabschwächung zusammenhängen könnten. Das BIP ist im zweiten Quartal um 0,6% gestiegen. Das ist weniger, als die Spanische Zentralbank erwartet hatte.
Auch an einen Zusammenhang mit dem Rückgang der internationalen Urlauber auf den Kanaren glauben die Einzelhändler derzeit nicht.

Abschwächung des Wirtschaftswachstums in ganz Spanien

Es geht mit der spanischen Wirtschaft im Allgemeinen immer noch bergauf. Allerdings nicht mehr ganz so schnell. Insbesondere der Verlust an Dynamik beim privaten Konsum trägt dazu bei. Der private Konsum ist im 2. Quartal 2018 nur um 0,2% gewachsen.

Der Konsum wird gedämpft, weil die Kaufkraft zurückgeht. Die Inflation steigt, die Löhne bleiben mehr oder weniger unverändert. Hinzu kommen die geringen Ersparnisse der Haushalte, die keinen größeren Konsum erlauben.

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