Die Wahrheit über den Popcorn Strand auf Fuerteventura

Popcornstrand w

In den sozialen Medien überschlagen sich die Berichte über den „Popcorn Strand auf Fuerteventura“. Offenbar haben ein paar Instragram-Fotos diesen Hype entfacht.

Tatsächlich gibt es im Norden von Fuerteventura, bei Majanicho, einen Strand, der so aussieht wie der Fußboden in einem Kinosaal nach der Vorstellung. Es scheint so, als würde tonnenweise Popcorn am Strand liegen.

Auch wenn Fuerteventura für viele Urlauber das Paradies ist, liegt natürlich kein frisch gepoppter Mais einfach so am Strand herum.

Allerdings handelt es sich beim dem „Popcorn“ an Fuerteventura Nordküste keineswegs um Korallen. Dies ist fälschlicherweise deutschlandweit in den Medien zu lesen. Vielmehr handelt es sich um um Kalkalgen. Natürlich führt deren wissenschaftliche Name „corallinales“ leicht zu einer Verwechslung mit „Korallen“.

Korallen sind Tiere. Das Popcorn an Fuerteventuras Stränden ist aber vegan!

Der wichtigste Unterschied: Kalkalgen (corallinales) gehören zum Reich der Pflanzen. Korallen dagegen gehören zum Reich der Tiere, genauer zu den Nesseltieren. Das „Popcorn“ in Fuerteventuras Norden ist also absolut vegan.

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Korallen leben sessil, also sesshaft. Die Kalkalgen, die in den Gewässern zwischen Lanzarote und Fuerteventura vorkommen, leben dagegen lose in Form von Kügelchen am Meeresboden. Das erklärt auch, warum sie so massenhaft ausgerechnet an der Nordküste Fuerteventuras vorkommen. Dort werden ihre sterblichen Reste, nämlich ihr Kalkskelett, von den Wellen angespült.

Doch den Medien ist noch ein zweiter Fehler unterlaufen: beispielsweise auf Merkur.de ist zu lesen: „…Passend dazu der Name des Ortes -Corralejo- …“. Dies suggeriert natürlich, dass Corralejo nach den Korallen benannt wäre.

Tatsächlich hat der Name Corralejo rein gar nichts mit Korallen zu tun. Vielmehr stammt Name von spanischen Wort „corral“. Das bedeutet so viel wie „Pferch“ und beschreibt einen meist kreisrunden, von einer Steinmauer umgebenen Platz, auf dem z.B. Ziegen zusammengetrieben oder gehalten wurden. Das Wort „lejos“ bedeutet „weit entfernt“. „Corralejo“ bedeutet also der „weit enfernte Pferch“.

Doch Egal ob Algen oder Korallen, faszinierend ist der Porcorn Strand allemal. Und die virale Berichterstattung ist eine tolle Werbung für Fuerteventura. Doch eine Bitte: lasst das Popkorn, wo es ist! Bitte nehmt nichts davon mit. Nur so ist sichergestellt, dass auch andere nach Euch diese natürliche Illusion erleben können.

2 Kommentare

  1. Die Schildkröten-Station in Morro Jable habe ich nicht gefunden. Wo kann ich sie zur Zeit finden?

  2. Danke für die Richtigstellung. Ich bin ziemlich entsetzt was da wegen dem doch recht kleinen Strand entsteht. Abgesehen davon ist es Naturschutzgebiet !!!! Und ohne Allradantrieb bleibt man je nach Wind und Sandverwehungen in diesem Gebiet sowieso gerne liegen. (3 Jahre in Corralejo gelebt)

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura-Nachrichten