Kahlschlag in Morro Jable: Warum die Gemeinde dutzende gesunde Bäume fällt

Bäume gefällt in Morro Jable

Eigentlich sollte man meinen, dass grüne Bäume auf Fuerteventura um jeden Preis gehegt und gepflegt würden. Daher wunderten sich Anwohner und Touristen, warum Gemeindemitarbeiter in Morro Jable massenhaft große und gesunde Bäume fällten. Ganze Straßenzüge wurden „entbaumt“. Übrig blieb zunächst ein Bild der Verwüstung.

Auf den ersten Blick scheint der Baum der Art „Lagunaria patersonia“, zu Deutsch Norfolk-Eibisch, ideal für Fuerteventura. Die Art stammt aus Australien, wo sie auf der Norfolkinsel und im östlichen Queensland beheimatet ist. Sie kommt perfekt mit trockenem Klima zurecht, ist schnellwüchsig, immergrün und mit Hibiskus ähnlichen Blüten auch schön anzusehen.

Doch es gibt einen gut nachvollziehbaren Grund, warum die Bäume der Art Lagunaria Patersonia aus den Wohngebieten von Morro Jable verschwinden mussten.

Zuerst mochte man vermuten, dass vielleicht das Wurzelwerk der inzwischen stattlichen Bäume die Wasser- oder Abwasserleitungen in den Straßen beschädigt hatte.

Doch die spanischen und englischen Trivialnamen geben den Hinweis auf das wirkliche Problem: „Cow itch tree“ bzw. „pica pica“. Wörtlich übersetzt heißt das „Kuh-juck-Baum“ bzw. „jucki jucki“.

Die Samenkapseln des Baumes sind stark behaart und enthalten zusätzlich feinste Härchen in ihrem Inneren. Diese sorgen für einen heftigen Juckreiz und können Entzündungen auf der Haut verursachen.

Anwohner von Morro Jable wollten die Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität nicht mehr hinnehmen

Daher hatten Anwohner in den betroffenen Straßen Unterschriften gesammelt, um die Verursacher ihrer gesundheitlichen Probleme loszuwerden.

Die Gemeinde Pájara will nun neue Bäume pflanzen. Warum damals ausgerechnet diese Bäume gepflanzt wurden, die das menschliche Wohlbefinden derart beeinträchtigen, ist schwer zu verstehen. Man sollte doch annehmen, dass sich die Verantwortlichen bei der Auswahl der Pflanzen an öffentlichen Orten Gedanken machen. Genauso würden Eltern und Hundehalter vermutlich darauf verzichten, hochgiftigen Oleander in ihrem Garten zu pflanzen.

Wieder einmal müssen die Bürger für die Kurzsichtigkeit der Verantwortlichen herhalten. Der Steuerzahler trägt die Kosten für die Fällung und die Neubepflanzung. Die Anwohner mussten jahrelang den Juckreiz ertragen und leben vermutlich die nächsten Jahre in mehr oder weniger völlig kahlen Straßen. Denn bis die Bäume neu gepflanzt sind und Größe der gefällten Exemplare erreichen, vergeht mindestens ein Jahrzehnt.

1 Kommentar

  1. Es gibt noch mehr gesundheitliche Stellen auf fuerte wir wohnen im Casa Atlantic Block A gegenüber der tennisplatz vom Hotel faro der tut uns nichts aber jetzt kommt es das Ärgernis ist der Gestank des Pizzeria Tabaruga jeden Mittag ab 12 Uhr wird hier die ganze Gegend verräuchert.es ist unerträglich vor allem wenn der Wind vom Meer kommt.das ist bestimmt gesundheitsschädlich.

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