Öffentlichkeitsfahndung: Fuerteventura sucht nach Spuren von Schildkröten

Schildkröten Fahndung

Es wäre eine kleine Sensation: Spuren von Schildkröten im Sand von Fuerteventura. Rund 12 Jahre nach dem Start des Projekts zur Wiederansiedlung der „Unechten Karettschildkröte“ (Caretta caretta) wären solche Spuren ein Indiz dafür, dass die Hoffnungen der Biologen in Erfüllung gehen könnten.

Es gibt historische Belege dafür, dass die Unechte Karettschildkröte in vergangenen Jahrhunderten auf Fuerteventura heimisch war. Wie auch andere Arten von Meeresschildkröten kehren die geschlechtsreifen Tiere zur Eiablage genau an denselben Strand zurück, an dem sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind. Im Alter von rund 10 Jahren erreichen die Schildkröten das alter für die Paarung.

Die Schildkröteneier, die am Strand von Cofete seit Beginn des Projekts im Jahr 2006 ausgeschlüpft sind, stammten von den Kapverdischen Inseln. Nach dem Schlüpfen wurden die Babys im Schildkrötenkindergarten in Morro Jable aufgezogen. Als sie so groß waren, dass sie gute Chancen zum Überleben in der Natur hatten, wurden sie ausgesetzt. Man geht davon aus, dass sich ohne Unterstützung durch den Menschen nur jedes tausendste Ei zu einer geschlechtsreifen Schildkröte entwickelt

Mittlerweile ist also genug Zeit vergangen, dass vielleicht das eine oder andere Weibchen einen Partner findet und nach Cofete zurückkehrt, um ihrerseits Eier zu legen.

Die Eiablage ist für die Schildkröten äußerst riskant

Doch gerade mit der Eiablage beginnt für die Schildkröten-Mama und für ihre Eier die gefährlichste Zeit. Neben Raubtieren wie Hunden, Katzen und Seevögeln stellt auch der Mensch eine Gefahr für die Nester oder die Mütter dar. Deshalb hat die Inselverwaltung (Cabildo) von Fuerteventura an den relevanten Stränden von Cofete und La Pared Informationstafeln aufgestellt.

Diese Tafeln erklären auf Englisch und Spanisch, was zu tun ist, wenn man eine Schildkröte oder auch nur deren markante Spuren im Sand entdeckt.

Für die Spuren gilt: bitte nicht zertreten. Die Spuren können den Biologen wichtige Hinweise über die Größe und Art des Tieres liefern. Vorbildlich handelt man, wenn man die Spuren fotografiert und den Standort, z.B. mit dem GPS des Smartphones, genau dokumentiert.

Wenn man eine Meeresschildkröte oder ein Nest findet, soll man weder das Tier noch das Gelege berühren. Stattdessen sollte man einen Mindestabstand von 5 Metern einhalten und keinesfalls ihren Weg abschneiden. Bei Dunkelheit darf man das Tier keinesfalls blenden, weder mit einer Taschenlampe noch mit dem Blitzlicht einer Kamera.

Wenn man eine verletzte Schildkröte findet, sollte man ihr Schatten spenden. Es ist jedoch nicht nötig, das Tier ins Wasser zu bringen.

Bei jeder Sichtung einer Schildkröte oder ihrer Spuren an Land soll man, nach Einhaltung der obigen Verhaltensregeln, die allgemeine Notrufnummer (112) informieren.

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