Mutmaßliches Gewaltverbrechen auf Lanzarote: Mann soll seine Frau getötet haben

Seit Silvester gab es auf Lanzarote kein Lebenszeichen von Romina C.N. Ihr Ehemann hatte ihr Verschwinden erst am 08.01. bei der Guardia Civil gemeldet. Der Druck der Familie der Frau, die in Paraguay lebt, war wohl doch zu groß geworden. Die Eltern von Romina, bei denen der kleine Sohn der jungen Frau in Paraguay lebt, machten sich Sorgen, weil sie sich nicht meldetet. Jeden Tag habe sie normalerweise mit ihrem Sohn telefoniert, seit dem ersten Januar gab es aber keine weiteren Anrufe zu Hause.

Der Ehemann von Romina, Raúl D. hatte seine Frau am 08.01. als vermisst gemeldet. Auf die Frage, warum er erst eine Woche nach ihrem Verschwinden Anzeige erstatte, antwortete er, dass sie im September des vergangenen Jahres ebenfalls für 20 Tag aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden sei und jedwede Kommunikation mit ihm unterdrückt habe.

Beide hatten erst im August 2018 geheiratet

Die Aussagen des Mannes erschienen den Beamten der Guardia Civil so wirr und unglaubwürdig, dass sie ihn beobachten. Letztlich gab es ausreichend viele Hinweise darauf, dass der Raúl D. Etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hatte, dass die Guardia Civil ihn am 13.01. festnahm. Nach der Version des Ehemanns habe er seine Frau am 01.01. tot in der gemeinsamen Wohnung aufgefunden. Aus Angst, mit dem Tod in Verbindung gebracht zu werden und weil er unter Drogen gestanden habe, habe er die Leiche zunächst mehrere Tag in der gemeinsamen Wohnung versteckt. Dann habe er, um sich der Leiche zu entledigen, versucht, diese auf einem Grill im Garten der Wohnung zu verbrennen. Das sei aber nicht gelungen und die Leiche sei beim Versuch sie zu bewegen in mehrere Teile zerbrochen. Diese habe er dann in Tüten verpackt und mit einem gemieteten Auto ins Meer geworfen.

Bisher hat die Guardia Civil, die unter anderem mit Tauchern an der Küste Lanzarotes sucht, jedoch noch nichts gefunden. Speziell ausgebildete Hunde der Guardia Civil haben in der Wohnung und im von Raúl D. angemieteten Auto Blutspuren angezeigt.

Wie erst später bekannt wurde, soll Romina zwei Tage vor Ihrem Verschwinden in eine Notaufnahme gekommen sein, da sie „Verletzungen“ hatte. Einer Freundin habe sie geschrieben, sie sei überall geschlagen und fast umgebracht worden. Das nächste Mal, glaube sie, könnte sie es nicht mehr erzählen.

Die junge Frau war aber letztlich aus der Notaufnahme verschwunden, bevor sie behandelt werden konnte. Daher gab es keine Aufzeichnungen und das Protokoll bei Verdacht auf häusliche Gewalt konnte nicht greifen. Durch die Überwachungskamaras des Krankenhauses erhofft sich die Polizei nun weitere Hinweise.

Die Beamten arbeiten weiter mit Hochdruck daran aufzuklären, wie Romina C.N. zu Tode gekommen ist. Raúl D. befindet sich weiterhin in polizeilichem Gewahrsam.

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