Rund 1.000 demonstrieren für Erhalt des Hotels RIU Oliva Beach

Demonstranten fordern den Erhalt des Hotels RIU Oliva Beach

Rund 1.000 Personen sind dem Aufruf zur Demonstration für den Erhalt der rund 400 Arbeitsplätze des Hotels RIU Oliva Beach am 23.08.2019 gefolgt.

Die Demo startete am Stadion Vicente Calaro und endete auf der Plaza Patricio Calero in Correlejo mit der Abschlusskundgebung. Auf dieser äußerten sich Sprecher der Gewerkschaften und der Plattform „Salvar el Oliva Beach“ („Rettet das Oliva Beach“).

Die Arbeitnehmer des Hotels erklärten, dass der Bau der Hotels in Corralejo damals eine Alternative zur Fischerei und Viehzucht schuf. Außerdem gab es vielen Frauen die Möglichkeit zu arbeiten und schaffte Arbeitsplätze für junge Menschen. In manchen Fällen hätten drei Generationen gleichzeitig gearbeitet.

Hintergrund der Demonstration ist der Antrag der RIU-Kette auf eine Genehmigung für die Renovierung der Hotels RIU Oliva Beach und der dazugehörigen Apartments, auf die das zuständige Umweltministerium seit rund zwei Jahren nicht einmal reagiert haben soll, weder positiv noch negativ. Der Hotelbetreiber hatte daher angekündigt, für die rund 400 Mitarbeiter ein Massentlassungsverfahren einzuleiten, sollte nicht Anfang September eine positive Entscheidung fallen.

Hat RIU eine Erweiterung statt einer Modernisierung beantragt?

In den Medien kursieren inzwischen unterschiedliche Gerüchte. Einige behaupten, dass in dem eingereichten Projekt 15 zusätzliche Apartments vorgesehen seien. Andere behaupten, dass 15 Apartments an anderer Stelle als zuvor vorgesehen sind. Im ersten Fall handelte es sich um eine Erweiterung, die vermutlich nicht von der Konzession für den Betrieb im Küstenbereich gedeckt ist. Auch im zweiten Fall wäre es keine Renovierung bzw. Modernisierung im engeren Sinne, so wie er vom Küstengesetz gedeckt wäre, sondern ein Umbau, der mutmaßlich nicht genehmigungsfähig wäre.

Die Demonstranten erklärten, dass sie nicht wollen, dass etwas Illegales gemacht werde. Was sie letztlich einfordern ist, dass das Ministerium „klare Kante“ zeigt und sich endlich äußert, was Sache ist.

Kommentar der Redaktion

Wenn das Ministerium das Projekt für nicht genehmigungsfähig hält, dann sollte es dem Antragsteller endlich mitteilen, woran es hakt, damit dieser die Möglichkeit hat, das Projekt gegebenenfalls abzuändern und erneut in einer genehmigungsfähigen Version einzureichen.

Ein Investor, der pro Jahr rund 6 Mio. Euro an Gehältern bezahlt und bereit und in der Lage ist, rund 30 Mio. Euro in die Renovierung zu stecken, hat unserer Ansicht wenigstens eine Antwort verdient.

Sollte das beantragte Projekt aus rechtlichen Gründen in der geplanten Form nicht möglich sein, dann hat der Investor wenigstens 3 Möglichkeiten: er kann die Ablehnung akzeptieren, er kann das Projekt anpassen oder er kann den Rechtsweg einschlagen.

Natürlich geht es auch um das Schicksal von 400 Arbeitnehmern und deren Familien. Allerdings kann dies, unserer Meinung nach, nicht über dem Gesetz stehen. Sollte es tatsächlich so sein, dass nur eine Modernisierung, nicht aber ein Umbau oder eine Erweiterung rechtlich möglich ist, dann müssen alle Beteiligten das akzeptieren. Eine Modernisierung (defacto durch Schweigen) zu verweigern wäre allerdings ebenfalls absurd, nachdem man dem Hotel vor kurzem eine Konzession für weitere 75 Jahre eingeräumt hat.

8 Kommentare

  1. Heute lese ich in einer spanischen Tageszeitung, dass der Bürgermeister von La Oliva sagt es wären “ technische Probleme “ die geklärt werden müssen.
    Da bin ich aber mal gespannt! Wieso ist es nicht möglich innerhalb von zwei Jahren “ technische Probleme “ zu klären.
    Es ist und bleibt ein Armutszeugnis der Politiker!

  2. Wenn wirklich nur modernisiert werden soll muss der Antrag wohl geändert werden Eine Erweiterung oder Ausbau sollte aber auf gar keinen Fall genehmigt werden. Das wäre eine Verschandelung der Duenen. Arbeitsplätze erhalten ja, aber nur für Renovierung. Das Hotel ist eh schon ein Schandfleck in den Duenen.

  3. Diese Gerüchte kursieren seit Anfang des Bekanntwerdens der „Renovierungspläne“. „……..dann sollte es dem Antragsteller endlich mitteilen, woran es hakt, damit dieser die Möglichkeit hat, das Projekt gegebenenfalls……..“ Da gäbe es dann doch wohl auch nichts mitzuteilen. Auf der anderen Seite hat ein Journalist vor einem halben Jahr im Zusammenhang mit dem neuen Verlauf der Küstenlinie beim neuen Robinsontower im Süden von einerunterschiedlichen „Flexibilität“ der Behörden im Umgang mit verschiedenen Hotelbetreibern geschrieben. Ein Schelm, wer Böses dabei dent.

  4. Wir waren vor 23 Jahren in diesem Hotel , und im April 2019 Jahr wieder, nach so vielen Jahren, haben wir uns sofort angekommen, wohl und willkommen gefühlt, vom Personal und der Lage ganz zu schweigen. Es wäre eine Schande, in allen Belangen, dieses herrliche zu Fuerteventura gehörende Hotel zu schließen!!!!

  5. Eine weitere, infragekommende Möglichkeit wäre, dass die Hoteleigentümer, wohl wissend, dass eine eingebaute Erweiterung in den Antragsunterlagen eine Genehmigung ausschließt, man so „elegant“ den Ausstieg aus einer Uralt-Hotelanlage findet. Weil unter dem Strich ein Neubau an anderer Stelle mehr Potential bietet. Aber das ist zugegebenermaßen nur Spekulation.

  6. Genau darin liegt für mich das Kernproblem. Wir waren selbst erst vor 2 Wochen Gast im Oliva Beach und dort hörten wir ähnliches. RIU soll neue Familienzimmer in den Dünen geplant haben = Erweiterung. Ich denke auch, eine Modernisierung der Zimmer, Bar, Speisesaal usw. kann doch nicht so ein Behördenproblem werden, zumal es bereits 2 Musterzimmer dort gibt, um zu sehen, wie es aussehen kann. Dann muss RIU eben wirklich zurückrudern und nur „Modernisieren“ und nicht wie gewünscht Anbauen/Erweitern auf den Rücken aller Mitarbeiter, die tolle Arbeit leisten!!

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