Steuereinnahmen auf den Kanaren brechen ein

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Die wichtigste Steuereinnahmequelle der Kanarischen Inseln, die Kanarische Mehrwertsteuer IGIC, sprudelt in den ersten 9 Monaten 2019 deutlich weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

In den ersten 9 Monaten 2019 sind die Einnahmen aus der Kanarischen Mehrwertsteuer um rund 201 Mio. auf 1,058 Mrd. Euro gesunken. In 2018 hatten die Kanaren im Vergleichszeitraum noch 1,259 Mrd. Euro aus ihrer Mehrwertsteuer eingenommen.

Im ersten Quartal 2019 waren die Einnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch nahezu stabil. Die Einnahmen sanken lediglich um 4 Mio. von 448 auf 444 Mio. Euro, obwohl die damalige Kanarische Regierung den Steuersatz der IGIC von 7 auf 6,5% gesenkt hatte.

Doch danach ging es stetig bergab. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2019 schmolzen die Einnahmen um 37,1 Mio. von 935,5 auf 898,2 Mio. Euro.

Im gesamten Jahr 2018 hatten die Kanaren rund 1,7 Mrd. Euro aus der IGIC eingenommen.

Einnahmerückgang auch bei anderen Kanarischen Steuern

Doch die Kanaren müssen Einnahmeverluste nicht nur bei der IGIC sondern auch bei anderen Steuerquellen ihres Finanzsystems (REF) hinnehmen. Dazu gehören unter anderem die Einfuhrzölle (AIEM), Mineralölsteuer und die Tabaksteuer. Auch hier liegen die Einnahmerückgänge in den ersten 9 Monaten 2019 bei rund 203 Mio. Euro.

Gründe für den Rückgang der Mehrwertsteuereinnahmen auf den Kanarischen Inseln

Der Grund für den dramatischen Rückgang bei den Einnahmen aus der Kanarischen Mehrwertsteuer dürfte mindestens drei Komponenten haben:

  1. Die Senkung des IGIC-Satzes von 7% auf 6,5%
  2. Die Rückläufige Entwicklung der Touristenzahlen auf den Kanarischen Inseln
  3. Die steigende Arbeitslosigkeit oder die Angst davor

Allein die Senkung des Steuersatzes der Kanarischen IGIC von 7% auf 6,5% könnte einen Rückgang der Steuereinnahmen um 7% erklären. Die Senkung des Steuersatzes um einen halben Prozentpunkt entspricht einer Reduzierung von 7 Prozent.

Die Kanarischen Inseln haben in den ersten 9 Monaten 2019 insgesamt 4,8% ausländische Urlauber verloren. Durch den Zuwachs an Touristen vom spanischen Festland liegt der Urlauberrückgang in den erste 9 Monaten insgesamt bei 2,6%. Auch dies dürfte einen erheblichen Einfluss auf den Konsum und damit auf die Einnahmen aus der IGIC haben.

Der Rückgang der Urlauberzahlen wirkt sich bereits auf den Arbeitsmarkt der Kanarischen Inseln aus. Die Zahl der Arbeitslosen steigt, ebenso die Angst der Arbeitnehmer, ihren Job zu verlieren. Die wirtschaftlich unsichere Zukunft führt zu einem Verzicht auf größere Anschaffungen. Es wird gespart und weniger konsumiert. Wer kauft sich schon ein neues Auto, wenn der Job nicht sicher ist?

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