Urlauberrückgang auf den Kanaren: Fuerteventura ist größter Verlierer

Entwicklung-Urlauberzahlen-Sommer-2019

Die Sommersaison 2019 war für die Tourismusbranche der Kanarischen Inseln alles andere als rosig. Fuerteventura ist im Vergleich zu den anderen Kanaren der große Verlierer. Promotur hat am 02.12.2019 die aktuellen Urlauberzahlen bis einschließlich Oktober 2019 veröffentlicht.

Die Kanarischen Inseln haben in der statistischen Sommersaison von April bis Oktober 2019 insgesamt 435.270 Urlauber bzw. 4,9% gegenüber dem Sommer 2018 verloren. Dem Rückgang bei den ausländischen Touristen von -551.932 bzw. -7,2% stand ein Zuwachs bei den Touristen vom spanischen Festland von +116.651 bzw. +9,9% gegenüber.

Doch die Entwicklung war auf den Kanarischen Inseln höchst unterschiedlich. Am stärksten vom Urlauberrückgang betroffen waren die Inseln mit einem hohen Anteil von deutschen Urlaubern. Der Grund hierfür dürfte nach wie vor das Fehlen von Flugkapazitäten nach dem Wegfall von AirBerlin und Germania und dem Grounding der Boeing 737-800 Max sein.

Mit einem Minus von 339.949 bzw. 20% in der Sommersaison 2019 sind die Deutschen mit Abstand die Urlaubergruppe mit dem stärksten Rückgang auf den Kanaren.

Dagegen konnten weder der drohenden Brexit noch die Pleite von Thomas Cook die Zahl der britischen Urlauber auf den Kanaren in der Sommersaison 2019 stark beeinflussen. Mit einem Minus von 55.463 Personen bzw. 1,8 Prozent ist ihr Rückgang deutlich weniger stark.

Fuerteventura verliert am stärksten

Fuerteventura hat im Sommer 2019 insgesamt 159.743 Urlauber bzw. 12,4% weniger empfangen als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der ausländischen Touristen auf Fuerteventura ist um 174.545 bzw. 14,6% gesunken. Die Zahl der Festlandspanier ist dagegen um 14.800 bzw. 15,3% gestiegen.

Die Zahl der deutschen Urlauber auf Fuerteventura ist im Sommer um 116.275 bzw. 22,2% gesunken.

Die Briten haben dagegen nur 25.504 bzw. 8,2% Fuerteventura-Urlauber eingebüßt. Der größte Teil davon, nämlich 11.507 entfallen allein auf den Oktober, den ersten Monat, in der die Thomas Cook Pleite ihre Wirkung auf diesen Markt entfaltet hat. Davor hatte sich der britische Markt relativ stabil gezeigt.

Lanzarote kann im Sommer sogar wachsen

Lanzarote ist die einzige Kanarische Insel, deren Urlauberzahl im Sommer 2019 sogar minimal gestiegen ist. Allerdings fällt die Steigerung mit 10.109 bzw. 0,6% sehr moderat ist.

Während Lanzarote 17.208 bzw. 1,1% ausländische Touristen verloren hat, ist die Zahl der Festlandspanier um 14.800 bzw. 15,3% gestiegen. Damit ist Lanzarote die einzige der Kanaren, die den Verlust an internationalen Urlaubern durch inländische überkompensieren konnte.

Der Anteil an britischen Urlaubern ist auf Lanzarote rund 5,3-Mal so groß wie der Anteil deutscher Urlauber.

Auf Fuerteventura ist es umgekehrt. Dort ist der Anteil deutscher Urlauber rund 1,4 mal größer als der der Briten.

Teneriffa besser als Gran Canaria

Auch im Vergleich zwischen Teneriffa und Gran Canaria schlägt sich die „britischere“ Insel im Sommer 2019 wesentlich besser als die „deutsche“.

Teneriffa hat im Sommer nur 1,9% Touristen verloren (-3,75% bei den Ausländern und +8,2% bei den Festlandspaniern). Das Verhältnis von Briten zu Deutschen auf Teneriffa liegt bei etwa 4:1.

Gran Canaria hat dagegen 9,3% Touristen verloren (-12,6% bei den Ausländern und + 7,4% bei den Spaniern).

Das Verhältnis von Briten zu Deutschen auf Gran Canaria beträgt 1,27:1.

Prognosen für den Winter 2019-2020

Die Auswirkungen der Thomas Cook Pleite auf den britischen Markt konnten sich erstmals im Oktober zeigen. Daher war diese für die vergangene Sommersaison bisher nur von geringer Relevanz.

In der Wintersaison 2019-2020 dürfte sich das Blatt wenden. Es ist anzunehmen, dass nun die Kanareninseln mit besonders hohem Anteil an britischen Urlaubern am stärksten von einem weitere Urlauberrückgang betroffen sein werden.

Doch auch auf dem deutschen Markt sind die geplanten Flugkapazitäten weiter rückläufig, was auch hier weiterhin zu einer negativen Entwicklung führen dürfte.

10 Kommentare

  1. Die Kanaren waren schon immer etwas teurer, dafür hat man hier aber auch seine Ruhe ohne die Billig-Ballermann-Touris, für die man sich fremdschämen muss. Trotzdem sind die Preise gestiegen, aber dann werden es eben keine 14 Tage mehr, sondern nur noch 12 Tage.
    Es ist mir absolut unverständlich, wie ein hier Kommentierender diese schöne(n) Insel(n) mit der Türkei überhaupt nur annähernd im Vergleich nennen kann. Allein schon wegen der politischen Situation in der Türkei reisen Menschen mit Verstand nicht dorthin, da locken auch keine Billigreisen.
    Die Kanaren sind u bleiben vertraut u beliebt.

  2. @ Inge 2. Dezember, 22:53: Das die Touristen wegen der entfernten Steinburgen nicht mehr nach Fuerteventura reisen, denke ich nicht. Ich persönlich fand diese Steinburgen immer schon hässlich, weil sie das Strandbild stören und zum Schluss Überhand genommen haben.
    Es sind aber nicht nur die fehlenden Flugkapazitäten von DE, sondern auch die teilweise doch sehr hohen Preise, die nicht mehr jeder zahlen will.

  3. Man soll nicht immer die Schuld bei fehlenden Flügen suchen, die größter Schuld hat die Verwaltung. Gerade in Pajara vergammelt alles. Kein Strand hat mehr eine blaue Flagge. Die Straßen in Jandia werden mehr gereinigt. Die Hotels sind wegen den überteuerten Abgaben an die Gemeinde zu teuer. Der gesamte Verkehr geht mitten durch das Urlaubsgebit. Die Genehmigungen für neue Hotels und Umbauten dauern durch die schlampige Verwaltung viel zu lange. Gelder werden für sinnlose Projekte aus gegeben ( Hallenbad usw)

  4. fuerteventura darf auf keinen Fall teurer werden und viele Hotels sind renovierungsbedürftig.Wir kommen wieder,aber eben auch nicht jedes Jahr.Die Insel ist toll für Strandwanderer und Meeresliebende.Herrliche Küsten,aber eben sonst nicht viel Abwechslung. Wir lieben die Ruhe,den Wind das Meer.

  5. Der Rückgang. Ist auf die steigenden Preis zurückzuführen Vergleicht doch Mal die Preise mit denTuerkeipreisen

  6. Als Langzeiturlauber auf Teneriffa bin ich mit der Situation gut vertraut. Hauptproblem sind die enormen Kosten im Vergleich zu anderen Regionen. Insbesondere Familien und Alleinstehende mit Kind, können sich die Kanaren nicht mehr leisten.

  7. Hallo, das liegt an den Preisen die Kanaren sind und waren schon immer etwas teuerer, gegenüber den anderen URL.Inseln,
    Jedoch sind einige 4/5 Sterne Hotels mit dem Preis schon billiger geworden.
    Aber auch die gibt es, zwei Wochen Riu Palace Tenerife
    Anfang Januar2.000 – 2.500Euro HP pro Pers. Ist das normal? Wie lange muß man da sparen? oder gibt es doch nur gut Verdiener in Deutschland? Flüge gibt es ab 30.Euro.
    Kaufen die Reisegesellschaften solche Flüge nicht ein? Wenn ja, geben sie es an die Endverbraucher auch weiter? Das wäre einmal zu Überdenken. Dann kommen auch wieder mehr Deutsche, denn die Kanaren sind eins der Schönsten Urlaubsländer die man in 4Std erreichen kann. Jetzt sind Kreuzfahrten billiger als die Hotels.
    Sind Kreuzfahrten soooo schön, nein sind sie nicht, da sieht man nicht viel von den einzelnen Inseln und diese sind Wunderschön. Ich spreche aus Erfahrung.
    Jeder sollte aber selbst Entscheiden was er möchte, und was er bezahlen will und kann.

  8. Fuerteventura ist auch nicht mehr sehr zuvorkommend zu seinen touristen.auch fehlen unsere Steinburgen in esquinzo,gerade dieses Jahr beim wind.da wundert ihr euch,daß die Touristen nicht mehr kommen!!!!!

  9. Wir buchen auf jedem Fall wieder Fuerteventura ist doch klar.
    Ist ja unsere zweite Heimat.
    ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

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