Bestattungsunternehmen: Zahl der Coronatoten in Spanien viel höher als offiziell angegeben

Särge

Am 02.04.2020 hat die Zahl der Corona-Toten in der offiziellen Statistik des spanischen Gesundheitsministeriums die traurige Schwelle von 10.000 überschritten.

Immer wieder liest man insbesondere auf den Webseiten von Verschwörungstheoretikern, dass die Zahl der Coronatoten in offiziellen Statistiken viel zu hoch angegeben werde, weil ja bei jedem Verstorbenen Covid-19 als Todesursache angenommen werde, der positiv auf Corona gestestet worden ist. Das gelte selbst dann, wenn eine oder sogar mehrere Vorerkrankungen vorliegen, die anstelle des Coronavirus ursächlich für den Tod gewesen sein könnten.

Tatsächlich fehlt in vielen Fällen die Information, ob eine Corona-Infektion ursächlich oder wenigstens mitursächlich für den Tod eines Patienten war, oder ob er auch ohne Corona sowieso genau jetzt verstorben wäre.

Von denen, deren Tagesgeschäft es ist, mit Verstorbenen umzugehen, kommt jedoch eine ganz andere These. Der Präsident des Spanischen Vereins der Bestattungsunternehmer (AESPROF), Juan Antonio Alguacil, geht davon aus, dass die Zahl der tatsächlich in Spanien an Corona Verstorbenen rund 40% über den offiziellen Angaben liegen könnte.

Als Beispiel führt er die Zahlen von Madrid vom 31.03.2020 heran. Die offizielle Statistik führte bis zu diesem Tag 3.603 Corona-Tote auf. Die Bestatter hatten aber bis zu diesem jedoch Tag bereits 5.850 Todesfälle gezählt, bei denen sie das Corona-Protokoll anwenden mussten. In anderen autonomen Regionen zeigten sich ähnliche Abweichungen.

Wie kommen diese unterschiedlichen Zahlen bei den Coronatoten zustande?

Alguacil erklärt, dass die offizielle Statistik nur diejenigen Verstorbenen als Coronatote aufführt, bei denen das Virus durch einen Test nachgewiesen worden ist. Bei den Menschen, die jedoch zuhause oder in einer Seniorenresidenz versterben, kann der Arzt allenfalls den Vermerk „Corona-Verdacht“ auf dem Totenschein eintragen. Dies geschieht z.B. in allen Fällen, in denen der Verstorbene ohne weitere Vorerkrankungen an einer Lungenentzündung verstirbt.

Um die Mitarbeiter in solchen Verdachtsfällen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, müssen die Bestattungsunternehmen die Leichen mit „Corona-Verdacht“ mit denselben Sicherheitsvorkehrungen manipulieren, wie die Toten, bei denen Corona durch einen Test nachgewiesen worden ist.

Alguacil erklärte außerdem, dass die Bestatter bereits seit der letzten Februarwoche eine „überraschende Zahl von Verstorbenen mit virusbedingter Lungenentzündung durch unbekannten Erreger“ beobachtet hätten. Deshalb schließt er, dass die „Zahlen nicht real“ sind. Außerdem „stimmt etwas nicht, wenn die Branche eine gewisse Kapazität hat und diese klar überschritten wird“.

Präsident der Bestatter bei Live-Telefoninterview vor laufender Kamera abgewürgt

Als Alguacil die Unstimmigkeiten bei der Angabe der Zahl der Corona-Toten bei einem Telefoninterview des spanischen Fernsehsenders Tele5 zur Sprache brachte, würgte die Moderatorin das Interview vor laufender Kamera ab. Mit der Begründung, man „wolle nicht in die Diskussion über Zahlen einsteigen“, beendete die TV-Präsentatorin das Telefonat abrupt.

Gesundheitsministerium bestätigt Zählweise

Die Anweisungen des spanischen Gesundheitsministeriums und des Justizministeriums bezüglich der Ausstellung von Totenscheinen schreiben vor, dass alle Fälle als „Covid-19 nicht bestätigt“ zu registrieren sind, für die keine laboranalytische Bestätigung vorliegt. Hinzu kommt, dass Autopsien nicht mehr durchgeführt werden, dass die zur Verfügung stehenden Tests knapp sind und dass das Gesundheitssystem wegen der Überlastung mit den Tests kaum nachkommt.

Die dramatische Realität sei auch in den Personenstandsregistern zu sehen. Dort sei die Übersterblichkeit in einigen autonomen Regionen bereits klar zu erkennen.

Auch der Gesundheitsminister, Salvador Illa, hat bestätigt, dass „wir nicht wissen, wie viele Tote das Coronavirus hinterlässt“. Er verteidigte jedoch auch die Zählweise in Übereinstimmung mit den Protokollen.

„Jede Person, die positiv auf Corona getest wird und dann verstirbt, wird als Coronatoter gezählt. Dies ist das Kriterium, nachdem alle Welt verfahren muss, unabhängig davon, wo der Tod eintritt“, äußerte Illa.

Hier ein Video mit einem Interview des Präsidenten von AESPROF (auf Spanisch)

7 Kommentare

  1. Kein einziger eurer geistreichen Kommentare hat auch nur im entferntesten Sinne irgend etwas mit diesem Artikel zu tun.Schämt Euch,ihr Ignoranten!!!!!

  2. Es gibt noch immer eine „Notversorgung“ mit Inselflügen und Inlandsflügen für Menschen, die einen der wichtigen, im Gesetz geregelten, Ausnahmegründe für die Reise haben.

  3. An Carola, laut Flugradar ist binter gerade unterwegs nach Gran Canaria, aber ob man von da dann weiterkommt, weiss ich nicht.

  4. Hallo, ich dachte sämtlichen Inlandsflüge sind gestrichen? Binter fliegt doch dann gar nicht.

  5. Danke fùr Eure tàgliche Mitteilung.Wir verhslten uns so,bleiben zu Hause,geniessen die Sonne im Garten.
    Wir fùhlen uns hier wohl und hoffen,bald alles überstanden zu haben.

    MFG

    Carla i Horst Woppmann

  6. Jeden Sonntag ab Las Palmas nach Frankfurt mit Condor. Den Flug erreicht man mit einem Zubringerflug von Binter.

  7. Ruth
    Wir sind ein älteres Ehepaar & verbringen die Wintermonate auf Fuerteventura.Unser Flug in die CH vom14.4.2020 wurde annulliert!Gibt es noch mehr Schweizer hier in der gleichen Situation hier ????Danke Euch für eine Info ……..

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