Pilotprojekt: Gambas aus den Gewässern von Fuerteventura

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Seit dem 15. November 2020 gibt es auf Fuerteventura ein Pilotprojekt, dass die Möglichkeiten für den Fang von Gambas (Plesionika edwardsii) ausloten soll.

In Wassertiefen zwischen 250 und 900m werden dazu spezielle, neuartige Reusen eingesetzt, die selektiv nur Gambas fangen sollen. Den Beifang reduziert man damit auf ein absolutes Minimum. So soll diese Art der Fischerei selektiv und nachhaltig sein. Das Ökosystem des Meeres wird nicht belastet.

Im Mittelmeer ist diese Garnele ebenfalls heimisch und ist eine der wichtigsten kommerziell gefangenen Arten. Dabei werden allerdings in der Regel Schleppnetze eingesetzt, die einerseits den Meeresboden zerstören und andererseits jede Menge Beifang produzieren. Damit ist diese Methode der Fischerei keinesfalls nachhaltig.

Alle diese Nachteile soll die neue, in Corralejo angewendete Fangmethode nicht haben. Schließlich ist die Nutzung von Schleppnetzen in den Gewässern direkt um die Kanaren auch verboten.

Erst vor Kurzem war an der Nordküste Fuerteventuras ein riesiges Geisternetz aufgetaucht und hatte für viele verendete Fische gesorgt. Sogar einige Exemplare der geschützten Engelshaie waren in diesem Netz verendet.

Fischer aus Corralejo lernen aus erster Hand den Krabbenfang

Ein Boot, das sich schon länger mit dem Fang von Gambas nach der neuen Methode beschäftigt, ist von Lanzarote nach Corralejo gekommen. An Bord dieses Bootes lernen nun Fischer aus Corralejo, El Cotillo und Puerto del Rosario aus erster Hand den Krabbenfang. Mit an Bord sind außerdem spezialisierte Biologen.

Am 20.11.2020 wurde in einem Restaurant eine Verkostung der so gefangenen Gambas angeboten. Dabei sollten die „Gambas aus Corralejo“ einem breiteren Publikum vorgestellt werden.

Der in der kanarischen Presse geprägte Name „Gambas aus Corralejo“ ist nur hinsichtlich des Fanggrundes richtig. Die Tiere selbst kommen bis hin zum Mittelmeer vor und sind nicht etwa einzigartig auf Fuerteventura.

Ob sich die Krabbenfischerei auch auf Fuerteventura durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Gambas de Corralejo“

Gefangen wird in erster Linie die Tiefsee-Garnele mit dem wissenschaftlichen Namen Plesionika edwardsii kommt häufig in den Gewässern rund um die Kanaren vor.

Es handelt sich um eine Garnele, die bis zu 40mm lang werden kann.

Es zeigte sich, dass die Tiere im Verlauf des Jahres in unterschiedlichen Wassertiefen vermehrt vorkommen. Im Winter sind die Tiere eher in tieferem Wasser zu finden, , während sie im Sommer in weniger tiefes Wasser wandern. Die Garnelen vermehren sich über das ganze Jahr hinweg, verstärkt aber zwischen April und Juli, was mit der Wanderung in weniger tiefes Wasser einhergeht.

Weibchen der Spezies wachsen schneller und erreichen eine größere Körperlänge als die Männchen. Juvenile Tiere kommen in Fängen über das ganze Jahr hinweg vor.

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