Streik der Transportunternehmen auf den Kanaren vorerst abgewendet

Container-LKW-Fuerteventura

Auf dem spanischen Festland befinden sich die LKW-Fahrer und das Transportgewerbe allgemein seit mittlerweile mehr als zwei Wochen in einem landesweiten Streik.

Zu dem Streik hatte die sogenannte „Plataforma de Transporte“ aufgerufen. Viele Gewerkschaften, Unternehmerverbände und auch einzelne Unternehmer der Transportbranche hatten sich dem Aufruf angeschlossen. Mit teilweise gewaltsamen Aktionen wurden Streikbrecher mancherorts gezwungen, ihre Fahrzeuge stehen zu lassen.

Die Plataforma de Transportes fordert unter anderem staatliche Unterstützung aufgrund der nicht nur infolge des Ukraine-Kriegs immens gestiegenen Treibstoffkosten.Sie verlangt außerdem eine gesetzliche Regelung, die es Transporteuren verbieten soll, ihre Leistungen zu nicht Konsten deckenden Dumpingpreisen anzubieten.

Das Transportgewerbe auf den Kanarischen Inseln, vertreten durch den Unternehmerverband FET (Federación de Empresarios de Transporte) hatte sich zunächst nicht an dem ansonsten spanienweiten Streik beteiligt. Allerdings hatte die FET angedroht, sich ab Montag, 28.03.2022 dem Streik anzuschließen, falls die kanarische Regierung keine akzeptablen Vorschläge vorlegen würde.

Auf dem spanischen Festland der hat nun schon seit zwei Wochen andauernde LKW-Fahrer-Streik zu massiven Beeinträchtigungen der Lieferketten geführt. Besonders die Logistik in der Lebensmittelbranche ist betroffen. Viele Industrieunternehmen mussten die Produktion runterfahren oder ihre Fabriken vollständig schließen.

Es bestand die Befürchtung, dass auch die Lieferungen von Lebensmitteln und anderen Waren auf die Kanarischen Inseln zum Erliegen kommen könnte. Zumindest auf Fuerteventura ist zurzeit noch recht wenig in den Supermärkten zu spüren.

Eine Streikbeteiligung des Transportgewerbes auf den Kanaren hätte sicher auch für Touristen auf Fuerteventura spürbare Auswirkungen gehabt, denn auch Busfahrer, Taxifahrer gehören dazu. Und auch der Nachschub an Lebensmitteln in den Hotels wird von Transporteuren angeliefert.

Das Angebot der kanarischen Regierung verhindert einen Streik der Transporteure auf Fuerteventura

Die kanarische Regierung hatte am Freitag, 25. März 2022, verkündet, den Transportunternehmern die Steuern auf Treibstoff zu 99,9% zu erstatten. Diese Erleichterung soll rückwirkend ab 1. März 2022 und zunächst bis Juli 2022 gelten, bei Bedarf aber auch verlängert werden können.

Außerdem hat die kanarische Regierung eine Anpassung der Transportpreise, die bei öffentlichen Verträgen angewendet werden, auf Grundlage der Daten aus März 2022, zugesagt. Die Preise wurden zuletzt in 2020 aktualisiert.

Auch die Verrechnungspreise für Schulbusse soll angepasst werden. Die Verträge sind teilweise viele Jahre alt und berücksichtigen die enorm gestiegenen Kosten nicht angemessen.

Die diesen kanarischen Zugeständnissen an die Transportbranche kommen die Maßnahmen, die bereits von der spanischen Regierung für das gesamte Land angeboten wurden. Dazu gehört eine Ermäßigung der Spritpreise um 20 Cent für drei Monate sowie Einmalzahlungen von 1.250€ pro LKW, 950€ pro Autobus, 500 Euro für Lieferwagen, 300€ für Kleintransporter und 300 Euro für Taxis, Krankenwagen usw.

Außerdem hat die spanische Regierung ein Gesetz zur Vermeidung von Dumping angekündigt.

Für die Transporteure auf den Kanaren ist die Kombination der beiden Angebote offenbar vorerst ausreichend. Sie haben den für heute angekündigten Streikbeginn erst einmal abgesagt.

Auf dem spanischen Festland sind jedoch längst nicht alle Transporteure mit dem Angebot einverstanden, sodass der Streik dort weitergeht. Daher bleibt abzuwarten, ob die Auswirkungen auf die Lieferketten in kanarischen Supermärkten nicht auch noch deutlicher zu spüren sein werden.

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