Air-Marshals auch auf Fuerteventura-Flügen? Guardia Civil gründet neue Spezialeinheit

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Anlässlich des Nato-Gipfels in Madrid im Juni 2022 hat die Guardia Civil eine neue Spezialeinheit ins Leben gerufen, die in spanischen Flugzeugen auf nationalen und internationalen Flügen für mehr Sicherheit sorgen soll.

Die „Unidad de Escoltas de Seguridad en Vuelos“ (UNESEV), frei übersetzt die „Einheit der Flugsicherheits-Bodyguards“, wurde beim Treffen des Internationalen Komitees der Luftsicherheitsbeamten vom 18. bis 20. Oktober 2022 auf Mallorca vorgestellt.

Im deutschen Sprachgebrauch würde man diese Polizeibeamten als Flugsicherheitsbegleiter oder auch Luftsicherheitsbegleiter bezeichnen.

Die Beamten dieser Spezialeinheit erhalten eine spezielle Ausbildung, die Selbstverteidigungstechniken, taktisches Einsatztraining, sehr gute Kenntnisse der Flugzeugtechnik und der Luftfahrt, Verhaltensanalyse, Verhandlungstechnik, Erste Hilfe und ein gutes Englisch-Niveau beinhaltet.

Die neue Einheit soll auch als nationaler Kontaktpunkt für die Koordinierung mit den Flugsicherheitskräften anderer Länder dienen. Da die Guardia Civil sowohl für die Kontrolle von Schusswaffen als auch allgemein für die Sicherheit an spanischen Flughäfen zuständig ist, liegt diese Erweiterung ihres Aufgabenbereichs natürlich nahe.

Terrorwarnstufe 4 in Spanien seit 26.06.2015

In Spanien gilt nach Attentaten in Frankreich, Tunesien, Kuwait und Somalia seit dem 26.06.2015 die Terrorwarnstufe 4.

Die Flugsicherheitsbegleiter der UNESEV sollen besonders gefährdete Flüge begleiten. Sie reisen in ziviler Kleidung und sind bewaffnet. Sie greifen jedoch nur im Fall von „extremer Gefahr“ für die Luftsicherheit oder das Leben von Passagieren ein. In erster Linie sollen sie die Entführung von Flugzeugen und terroristische Bedrohungen verhindern.

Bei Pöbeleien von Passagieren, wie sie regelmäßig auch an Bord von Flügen von und nach Fuerteventura stattfinden, werden sich die Beamten natürlich nicht zu erkennen geben, sodass wir hoffentlich nie erfahren müssen, ob auf einem Fuerteventura-Flug jemals ein bewaffneter Polizist an Bord ist.

Auch wenn die Terror-Risiken auf Fuerteventura wohl äußerst gering sind, ist der Redaktion der Fuerteventura-Zeitung ein Fall bekannt, in dem die Guardia Civil ein Bewegungsprofil einer Person mit orientalischem Namen und deutscher Mobilfunknummer erstellt hat, die sich auf Fuerteventura offenbar im Urlaub befand. Solche Bewegungsprofile werden üblicherweise im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität oder eben bei Reisen von potentiellen Terror-Gefährdern erstellt. Eine Flugreise einer als Gefährder eingestuften Person von oder nach Fuerteventura könnte tatsächlich einen Einsatz der UNESEV auslösen.

Seit ihrer Gründung haben die spanischen Air Marshals rund 20 Flüge begleitet. Aus wie vielen Beamten die Spezialeinheit sich zusammensetzt, wurde nicht bekannt gegeben.

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