Messerangriff eines Briten auf Partnerin in Costa Calma auf Fuerteventura war doch Mordversuch

Brotmesser-Justitia

Es war ein Verbrechen, das den Süden von Fuerteventura erschütterte. Ein Mann aus Großbritannien hatte seine Expartnerin am 18. November 2021 in Costa Calma verfolgt und mit einem Messer angegriffen, als diese aus ihrem Auto ausstieg. Vor der Tat hatte er sich mit einer Maske, einer Perücke und einem Kapuzenpulli unkenntlich gemacht. Möglicherweise ließ der Täter nur von seinem Opfer ab, weil ein mutiger Passant der Frau zur Hilfe kam.

Dabei wurde die Frau 11 Mal getroffen und erlitt Wunden und Schnitte an den Händen und am Thorax.

Die Polizei hatte den Tatverdächtigen am 24.11.2021 zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben. Kurz darauf wurde er gefasst und am 29. November 2021, also 11 Tage nach der Tat, in Untersuchungshaft untergebracht.

Die anschließenden Gerichtsverfahren zeigten, zu welch unterschiedlichen Ergebnissen ein Strafprozess in den verschiedenen Instanzen führen kann.

In erster Instanz wurde der Mann wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Im September 2024 hob das Oberste Kanarische Gericht (TSJC) das Urteil jedoch auf und stellte fest, dass es sich nicht um versuchten Mord, sondern nur um Körperverletzung gehandelt habe. Das flexible Besteckmesser sei für eine Tötungsabsicht gar nicht geeignet gewesen und auch die nur relativ leichten Verletzungen an nicht lebenswichtigen Körperstellen, wie z.B. den Händen, sprächen nicht für eine Tötungsabsicht, so das Gericht. Das Gericht reduzierte das Strafmaß folglich auf 6 Jahre und 6 Monate.

Dieses deutlich mildere Urteil wurde nun auf Antrag des Opfers erneut kassiert. Das Höchste Spanischen Gericht, das Tribunal Supremo, hob das Urteil auf und verwies das Verfahren erneut ans Tribunal Superior de Canarias und forderte das Gericht auf, die schweren Rechtsmängel des Urteils zu beheben. Offenbar gab das Urteil der Tatsache mehr Gewicht, dass der Angreifer während der Tat gerufen hat „Ich bringe dich um“ und „Du hast mein Leben ruiniert“.

Das TSJC kam nun zu der Entscheidung, dass es sich doch um versuchten Mord handelte und verurteilte den Mann zu 14 Jahren. Daraufhin ging diesmal der Verurteilte in die nächste Instanz. Diesmal bestätigte das Tribunal Superior jedoch das Urteil des TSJC und somit die Haftstrafe von 14 Jahren.

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