Das Ministerium für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität (Consejería de Obras Públicas, Vivienda y Movilidad) der kanarischen Regierung hat die Bauarbeiten für den Abschnitt der Nord-Süd-Autobahn zwischen dem Flughafen von Fuerteventura und Pozo Negro vorläufig vergeben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 193.682.934,86 Euro einschließlich kanarischer Mehrwertsteuer IGIC.
Die Vergabekommission erteilte der Arbeitsgemeinschaft (UTE), gebildet aus den Unternehmen Sacyr Construcción S.A., Cavosa Obras y Proyectos S.A., AMC Construcciones y Contratas 2014 S.L. sowie Lopesan Asfaltos y Construcciones S.A.U., den vorläufigen Zuschlag.
Strategisches Infrastrukturprojekt für Fuerteventura
Mit der vorläufigen Vergabe wird die Umsetzung einer der strategisch wichtigsten Verkehrsinfrastrukturen auf Fuerteventura weiter vorangetrieben. Das Vorhaben ist Bestandteil des Straßenbauabkommens zwischen den Kanaren und dem spanischen Staat (Convenio de Carreteras Canarias-Estado).
Das Projekt erhielt im September 2025 die technische Genehmigung. Das Vergabeverfahren wurde im Dezember 2025 eingeleitet, nachdem ein besonders komplexes technisches und umweltrechtliches Verfahren abgeschlossen worden war.
Im Zuge der Planung und Bewertung wurden verschiedene bauliche Lösungen integriert, um die Auswirkungen auf die Landschaft möglichst gering zu halten und die natürlichen Werte des Gebiets zu schützen.
Besonders hervorzuheben ist dabei der Bau des ersten zweiröhrigen Tunnels auf Fuerteventura. Diese Infrastruktur soll die Beeinträchtigung empfindlicher Lebensräume minimieren und zum Schutz von Arten wie der Kanarischen Kragentrappe beitragen.
Mehr Sicherheit und bessere Verbindungen
Die künftige Autobahn soll die Verkehrssicherheit erhöhen, Fahrzeiten verkürzen und die Anbindung verschiedener Teile der Insel verbessern. Gleichzeitig wird der Zugang zu bedeutenden Wohngebieten, touristischen Zentren und wirtschaftlich wichtigen Bereichen erleichtert.
Darüber hinaus erwartet die kanarische Regierung positive Auswirkungen auf die Wirtschaft von Fuerteventura. Durch die umfangreichen Bauarbeiten sollen zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten entstehen und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Neue Anschlüsse und erster Tunnel der Insel
Das Projekt umfasst den Ausbau des Abschnitts Flughafen–Kreuzung Pozo Negro der autobahnähnlichen Straße von Puerto del Rosario nach Morro Jable. Vorgesehen sind neue Anschlussstellen, die die Verbindung zu den Straßen FV-2, FV-413 und FV-50 gewährleisten. Dadurch sollen insbesondere die Erreichbarkeit des Flughafens, von Caleta de Fuste sowie verschiedener städtischer und ländlicher Ortsteile der Gemeinde Antigua optimiert werden.
Zu den bedeutendsten Bauwerken zählt ein rund 1,2 Kilometer langer Tunnel. Ergänzt wird dieser durch sogenannte falsche Tunnel an den Ein- und Ausfahrten. Darüber hinaus ist der Bau eines 190 Meter langen Viadukts über den Barranco de La Torre vorgesehen.
Das Vorhaben umfasst außerdem mehrere Bauwerke im Bereich der Anschlussstellen, eine Überführung sowie verschiedene Unterführungen. Damit soll sichergestellt werden, dass bestehende Wege und Zufahrten auch künftig uneingeschränkt genutzt werden können.
Energieautarke Infrastruktur geplant
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Nachhaltigkeit. Geplant ist die Installation von Photovoltaikanlagen, die den gesamten Strombedarf für die Beleuchtung der Anschlussstellen und des Tunnels decken sollen.
Nach Angaben der kanarischen Regierung wird die Infrastruktur dadurch im laufenden Betrieb energetisch autark sein. Gleichzeitig sollen die CO₂-Emissionen reduziert und die Dekarbonisierungsziele der Kanaren unterstützt werden.
Mit einem Investitionsvolumen von fast 194 Millionen Euro gehört der Abschnitt Flughafen–Pozo Negro zu den größten Infrastrukturprojekten der vergangenen Jahre auf Fuerteventura. Die geplante Autobahn soll künftig eine zentrale Rolle für die Mobilität auf der Insel spielen und die Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden Fuerteventuras deutlich verbessern.
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