20 Migranten erreichen Gran Tarajal im Süden von Fuerteventura mit mutmaßlich gestohlenem Fischkutter

Fischkutter-Patera-Migrantenboot

Ein Fischkutter mit 20 Männern nordafrikanischer Herkunft hat am Freitag, dem 25. Juli 2026, den Hafen von Gran Tarajal auf Fuerteventura erreicht. Das berichteten Quellen der Guardia Civil gegenüber Medien. Das Boot war vom Hafen El Aaiún in der Westsahara ausgelaufen.

Nach Angaben der Guardia Civil wird derzeit untersucht, ob es sich bei dem Fischkutter mit dem Namen „Aali“ um ein Boot handelt, das in El Aaiún als gestohlen gemeldet wurde. Die Ermittlungen dauern an.

Bereits vierter mutmaßlich gestohlener Fischkutter

Sollte sich der Diebstahl bestätigen, wäre dies bereits der vierte sogenannte „Pesquero Patera“, also ein als Migrantenboot genutzter Fischkutter, der innerhalb des vergangenen Jahres die Kanarischen Inseln erreicht hat, nachdem er zuvor aus seinem Heimathafen entwendet worden war.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits am 28. Juni 2026. Damals rettete die spanische Seenotrettung Salvamento Marítimo elf marokkanische Männer rund 100 Kilometer vor Lanzarote. Die Männer hatten einen Notruf abgesetzt, nachdem ihr gestohlener Fischkutter aufgrund eines Defekts manövrierunfähig geworden war. Das Boot war zuvor aus dem Hafen von Agadir in Marokko entwendet worden.

Bereits im Jahr 2025 erreichten zwei weitere gestohlene Fischkutter Lanzarote. Am 18. Juni 2025 lief ein Boot mit 14 Männern, darunter einem Minderjährigen, im Hafen von Arrecife ein. Ein weiteres Boot strandete am 10. September 2025 an der Küste von Órzola. Dort lief es auf Grund und geriet anschließend in Brand. An Bord befanden sich fünf marokkanische Männer.

Frühzeitige Ortung vor Fuerteventura

Im aktuellen Fall wurde der Fischkutter am 25. Juli 2026 gegen 6.42 Uhr vom Küstenüberwachungssystem SIVE (Sistema Integrado de Vigilancia Exterior) erfasst. Das Boot befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa 24 Kilometer vor Caleta de Fuste und näherte sich Fuerteventura.

Das Rettungsboot Salvamar Ízar fuhr dem Fischkutter daraufhin entgegen und begleitete ihn ohne Zwischenfälle bis in den Hafen von Gran Tarajal.

Zunehmende Nutzung gestohlener Fischerboote

Die wiederholte Ankunft mutmaßlich gestohlener Fischerboote zeigt eine Entwicklung, die von den Sicherheitsbehörden aufmerksam beobachtet wird. Während für die Überfahrt nach den Kanarischen Inseln in den vergangenen Jahren überwiegend Schlauchboote oder einfache Holzboote eingesetzt wurden, nutzen Schleuser zunehmend größere Fischkutter. Diese verfügen über eine höhere Reichweite und bieten mehr Platz für Passagiere, was längere Überfahrten aus Häfen an der nordwestafrikanischen Küste ermöglicht. Gleichzeitig erschwert die Verwendung gestohlener Fischerboote die Ermittlungen, da die Eigentümer durch den Diebstahl erheblichen wirtschaftlichen Schaden erleiden und die Herkunft der Boote zunächst geklärt werden muss.
Für die Migranten ergibt sich bei dieser Methode allerdings ein Vorteil: die Fischerboote dürften deutlich sicherer sein als die üblichen Patera-Schlauchboote.

Bestimme den Lohn für unsere Arbeit!

Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link:

c56a6604fbc34d6881055ecc14fcae68
https://www.fuerteventurazeitung.de/du-bestimmst-den-lohn-fuer-unsere-arbeit/ banner 300x250 Bestimme den Lohn

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura Nachrichten