Am 31. Mai 2026 ist im Atlantik westlich von Fuerteventura erneut ein Erdbeben registriert worden. Nach Angaben des spanischen Geographischen Instituts IGN (Instituto Geográfico Nacional) ereignete sich das Beben um 22.35 Uhr kanarischer Ortszeit. Das Epizentrum lag bei den Koordinaten 28,4723 Grad Nord und 14,3662 Grad West im Atlantik zwischen Fuerteventura und Gran Canaria.
Die gemessene Magnitude betrug 2,5 mbLg. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von vier Kilometern unter dem Meeresboden.
Erschütterungen auf Fuerteventura wahrgenommen
Nach den veröffentlichten Intensitätskarten des IGN wurde das Erdbeben in mehreren Orten auf Fuerteventura verspürt. Die höchste gemeldete Intensität erreichte Stufe III auf der Europäischen Makroseismischen Skala EMS.
Betroffen war unter anderem Betancuria, wo die stärksten Wahrnehmungen gemeldet wurden. Auch in Chilegua in der Gemeinde Pájara sowie in Vega de Río Palmas in der Gemeinde Betancuria berichteten Einwohner von leichten Erschütterungen. Dort wurde eine Intensität der Stufe II registriert.
Bei einer Intensität von Stufe II bis III können einzelne Personen in Gebäuden leichte Erschütterungen wahrnehmen. Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur sind bei einer solchen Stärke jedoch nicht zu erwarten.
IGN überwacht seismische Aktivität dauerhaft
Das „Instituto Geográfico Nacional“, IGN, überwacht die seismische Aktivität auf den Kanaren permanent über ein Netz aus Messstationen und veröffentlicht die aktuellen Daten auf seiner offiziellen Internetseite. Nach Angaben des IGN können die veröffentlichten Daten nachträglich überprüft und angepasst werden.
Die Kanaren liegen in einer geologisch aktiven Region. Besonders der Meeresbereich zwischen Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura wird regelmäßig von kleineren und mittleren seismischen Ereignissen betroffen. Dort befindet sich auch die als „Volcán de Enmedio“ bekannte Unterwasserregion, in der immer wieder Erdbeben registriert werden.
Deutlich stärkeres Beben am 22. Mai 2026
Bereits am 22. Mai 2026 hatte das IGN um 09.50 Uhr kanarischer Ortszeit ein deutlich stärkeres Erdbeben im Atlantik vor den Kanaren registriert. Dieses Beben erreichte eine Magnitude von 4,8 mbLg und ereignete sich in einer Tiefe von 30 Kilometern. Das Epizentrum lag bei den Koordinaten 28.7130 Nord und 15.2282 West im Bereich „Atlántico Canarias“, zwischen Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura. Später hatte das IGN das Beben dann auf eine Stärke von 4,6 zurückgestuft.
Die maximale Intensität wurde damals ebenfalls mit III angegeben. Das Beben wurde nach den seinerzeit vorliegenden Informationen von zahlreichen Bewohnern auf Teneriffa und Gran Canaria wahrgenommen. Auch auf Fuerteventura berichteten viele Bewohner von einem dumpfen Geräusch, das an einen Donnerschlag erinnerte, oder von leichten Erschütterungen. Schäden wurden nicht gemeldet.
Keine Hinweise auf vulkanische Gefahr
Nach bisherigen wissenschaftlichen Einschätzungen stehen die Erdbeben in dieser Region nicht im Zusammenhang mit einer vulkanischen Gefahr auf den Kanaren. Vielmehr handelt es sich nach aktuellem Kenntnisstand vermutlich um tektonische Bewegungen im Bereich geologischer Störungszonen zwischen den Inseln.
Das Beben vom 31. Mai 2026 war zwar deutlich schwächer als das Ereignis vom 22. Mai 2026, zeigt aber erneut, dass auch kleinere Erdstöße auf Fuerteventura wahrgenommen werden können, wenn sie sich in relativer Nähe zur Insel ereignen.
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