Die Vereinigung der Guardia Civil Beamten (Asociación Unificada de Guardias Civiles /AUGC), hat darauf aufmerksam gemacht, dass der Stützpunkt der Guardia Civil in Gran Tarajal in der Gemeinde Tuineje derzeit nur noch mit drei für den Streifendienst verfügbaren Beamten arbeitet. Nach Einschätzung der Organisation handelt es sich um eine kritische Situation, die die öffentliche Sicherheit und die Leistungsfähigkeit der Sicherheitskräfte im Süden von Fuerteventura erheblich beeinträchtigen könnte.
Wie AUGC in einer Mitteilung erklärt, ist die tatsächlich verfügbare Personalstärke der Einheit inzwischen auf einen Sergeant, einen Korporal und drei Beamte der Guardia Civil geschrumpft. Einer dieser Beamten befindet sich allerdings im Reservestatus und kann deshalb keinen operativen Dienst mehr leisten.
In der Praxis stehen damit lediglich drei Beamte für Streifenfahrten und Einsätze zur Verfügung, zusätzlich zu den Vorgesetzten der Einheit.
Krankenstand verschärft die Lage
Nach Angaben der Vereinigung befinden sich von der theoretischen Sollbesetzung des Stützpunkts derzeit fünf Beamte im Krankenstand. Ein weiterer Beamter wurde vorübergehend außerhalb der Einheit eingesetzt.
Dadurch sei die operative Einsatzfähigkeit erheblich eingeschränkt. Besonders kritisch bewertet AUGC, dass im jüngsten Personalversetzungsverfahren keine einzige freie Stelle für den Stützpunkt ausgeschrieben worden sei.
Die Organisation warnt davor, dass sich die Situation weiter verschlechtern könnte, wenn die offenen Stellen nicht zeitnah besetzt werden.
Zuständig für Tuineje und Pájara
Der Stützpunkt von Gran Tarajal ist für ein großes Gebiet zuständig, das die Gemeinden Tuineje und Pájara umfasst. Nach Angaben von AUGC leben dort zusammen rund 30.000 Einwohner. Hinzu kommt der saisonale Bevölkerungsanstieg durch den Tourismus, insbesondere in den südlichen Urlaubsorten von Fuerteventura.
Gerade in den Sommermonaten und während der touristischen Hochsaison steigt die Zahl der Menschen im Zuständigkeitsbereich deutlich an. Dies erhöht gleichzeitig die Anforderungen an die Sicherheitskräfte.
Kritik am Modell der operativen Kerneinheiten
Darüber hinaus kritisiert AUGC das von der Generaldirektion der Guardia Civil eingeführte Organisationsmodell.
Nach Ansicht der Vereinigung dient dieses System inzwischen hauptsächlich dazu, den Personalmangel durch Unterstützung anderer Einheiten auszugleichen, anstatt die Personaldecke dauerhaft zu verstärken.
Die Organisation bemängelt, dass die Verwaltungsstrukturen der Einheit unverändert bestehen bleiben, während gleichzeitig immer weniger Beamte für den eigentlichen Außendienst zur Verfügung stehen. Diese Entwicklung sei mit der aktuellen Personalknappheit nicht vereinbar.
Sorge um die Zukunft des Stützpunkts Gran Tarajal
AUGC äußert außerdem die Befürchtung, dass die operative Leistungsfähigkeit des Stützpunkts schrittweise weiter reduziert werden könnte, weil ausscheidendes Personal nicht ersetzt werde und dauerhafte Verstärkungen ausblieben.
Zusätzlich kritisiert die Vereinigung den regelmäßigen Einsatz von Beamten, die aus Gran Canaria nach Fuerteventura entsandt werden, um Dienstschichten zu übernehmen. Dieses System verursache nicht nur zusätzliche Kosten, sondern erschwere auch die Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Ruhezeiten der eingesetzten Beamten.
Vor diesem Hintergrund fordert AUGC von der Generaldirektion der Guardia Civil die sofortige Besetzung aller offenen Stellen und Krankheitsvertretungen, eine Überprüfung des Ornanisationsmodells, eine dauerhafte personelle Verstärkung auf Fuerteventura sowie Garantien für die Einhaltung der Ruhezeiten der entsandten Beamten.
Darüber hinaus verlangt die Vereinigung von der Guardia Civil Klarheit darüber, ob Pläne bestehen, die Struktur des Stützpunkts von Gran Tarajal künftig zu verändern oder zu verkleinern. AUGC fordert nach eigenen Angaben „Transparenz über die organisatorische Zukunft der Einheit“.
Die Forderungen der Vereinigung verdeutlichen die Sorge, dass die Sicherheitsbehörden im Süden von Fuerteventura bei weiter zunehmendem Bevölkerungswachstum und anhaltend hohen Touristenzahlen an ihre personellen Grenzen stoßen könnten. Insbesondere die Gemeinden Pájara und Tuineje sind aufgrund ihrer großen Fläche und der zahlreichen touristischen Zentren auf eine dauerhaft ausreichende Präsenz der Sicherheitskräfte angewiesen.
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