Bargeldlose Zahlung ist in öffentlichen Bussen in vielen Regionen Europas mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Oft sind Busse gar nicht mehr für das Handling von Bargeld ausgerüstet. Wer eine Fahrschein im Bus kaufen muss, braucht eine Karte oder ein Mobiltelefon mit Bezahlfunktion. Auf Fuerteventura ist dagegen eine bargeldlose Bezahlung in Bussen noch nicht möglich. Nach dem Willen der Oppositionspartei „Fuerteventura Avanza“ im Cabildo soll sich das möglichst schnell ändern.
Die politische Gruppierung Fuerteventura Avanza die Inselregierung von Fuerteventura aufgefordert, die Zahlungsmöglichkeiten in den öffentlichen Linienbussen der Insel zu modernisieren. Fahrgäste sollen ihre Fahrkarte künftig direkt mit Bankkarte, Mobiltelefon oder anderen elektronischen Zahlungsmitteln bezahlen können.
Fuerteventura Avanza teilte am 09. August 2026 mit, das Cabildo solle gemeinsam mit dem Unternehmen, das derzeit den öffentlichen Busverkehr auf Fuerteventura betreibt, nach einer entsprechenden technischen Lösung suchen.
Ohne Buskarte bleibt bislang nur Bargeld
Erika Ania, Gemeinderätin von Fuerteventura Avanza in der Gemeinde Puerto del Rosario, hält es für schwer nachvollziehbar, dass Fahrgäste ohne entsprechende Buskarte im Jahr 2026 weiterhin auf Bargeld angewiesen sind, um eine Fahrt bezahlen zu können.
„Wir verlassen das Haus mit dem Mobiltelefon und einer Bankkarte, aber immer seltener mit Bargeld. Es erscheint nicht vernünftig, dass die Nutzung eines so wichtigen öffentlichen Dienstes wie eines Busses zu einem Problem werden kann, nur weil jemand kein Bargeld dabeihat“, erklärte Ania.
Nach Auffassung von Fuerteventura Avanza betrifft die derzeitige Situation insbesondere Gelegenheitsnutzer, junge Menschen und Besucher. Diese könnten das auf Fuerteventura bestehende Zahlungssystem nicht kennen und erst beim Einsteigen feststellen, dass ihnen die erforderliche Zahlungsmöglichkeit fehlt.
Modernisierung soll auch beim Bezahlen ankommen
Für Fuerteventura Avanza besteht die Modernisierung des öffentlichen Verkehrs nicht ausschließlich darin, Fahrzeuge zu erneuern, die Taktfrequenzen zu erhöhen oder Elektrobusse einzusetzen.
„All das ist positiv und wir wissen es zu schätzen, aber die Modernisierung muss auch spürbar sein, wenn ein Bürger in einen Bus steigt. Die Technologie muss dazu dienen, den Menschen die Dinge einfacher zu machen“, so Erika Ania.
Die Gruppierung verweist außerdem auf den Inselplan für Verkehr und nachhaltige Mobilität auf Fuerteventura 2023 bis 2026 (Plan Insular de Transporte y Movilidad Sostenible de Fuerteventura 2023-2026). Dieser diagnostizierte einen niedrigen Modernisierungsgrad des öffentlichen Verkehrs fest und nenne dessen Modernisierung und Digitalisierung als eines der Ziele.
„Wenn das Cabildo selbst anerkennt, dass der Service digitalisiert werden muss, glauben wir, dass die Aktualisierung der Zahlungssysteme Teil dieses Prozesses sein sollte“, erklärte die Gemeinderätin.
Bankkarte und Mobiltelefon zusätzlich zu Bargeld und Buskarte
Fuerteventura Avanza fordert ausdrücklich nicht die Abschaffung der bestehenden Zahlungsmöglichkeiten. Vielmehr sollen zusätzliche Alternativen geschaffen werden.
„Wir fordern nicht, die Buskarten oder das Bargeld abzuschaffen. Wir fordern zusätzliche Möglichkeiten. Wer seine Buskarte benutzen möchte, soll dies weiterhin tun können, wer bar bezahlen möchte ebenfalls, und wer lediglich eine Bankkarte oder sein Mobiltelefon dabeihat, soll in einen Bus einsteigen können, ohne vor einem Problem zu stehen, das sich inzwischen problemlos vermeiden lässt“, erläuterte Ania.
Die Einführung neuer Zahlungsmethoden müsse nach Ansicht der Gruppierung zwischen dem Cabildo und dem mit dem Busverkehr beauftragten Unternehmen abgestimmt werden. Dabei müssten die notwendigen technischen Lösungen geprüft werden, damit Fahrgäste künftig zwischen verschiedenen Zahlungsmitteln wählen können.
Neue Konzession als Gelegenheit für technische Modernisierung
Nach Auffassung von Fuerteventura Avanza ist der Zeitpunkt für eine solche Modernisierung besonders günstig. Das Cabildo arbeitet derzeit am Verfahren für die zukünftige Konzession des öffentlichen Linienverkehrs auf Fuerteventura.
Die Gruppierung fordert deshalb, die technologische Modernisierung und Zahlungssysteme, die den heutigen Gewohnheiten der Bevölkerung entsprechen, bei der Gestaltung des zukünftigen Modells des öffentlichen Verkehrs auf Fuerteventura zu berücksichtigen.
„Fuerteventura braucht einen öffentlichen Verkehr, der in jeder Hinsicht modern ist. Wir müssen erreichen, dass es immer einfacher und komfortabler wird, einen Bus zu nehmen. Das Bezahlen zu erleichtern, ist für die Verwaltung eine kleine Maßnahme, kann aber für jemanden, der den Service nutzen muss, einen großen Unterschied machen“, erklärte Erika Ania abschließend.
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