Staubige Luft auf Fuerteventura und den übrigen Kanaren: Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

Rotes-Auto-mit-„Calima“-im-Staub

Die kanarische Gesundheitsbehörde warnt angesichts der Calima, die laut Prognosemodellen noch bis mindestens Montag, 2. November 2026, andauern wird, vor gesundheitlichen Belastungen durch den Saharastaub in der Luft. Besonders empfindliche Personen sollen ihre Aktivitäten im Freien einschränken, körperliche Anstrengungen vermeiden und sich möglichst wenig der staubhaltigen Luft aussetzen.

Die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit (Dirección General de Salud Pública) des Kanarischen Gesundheitsdienstes (Servicio Canario de la Salud, SCS) empfiehlt der Bevölkerung, Fenster geschlossen zu halten, sich ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen und die Entwicklung der Luftqualität zu verfolgen.

Staubkonzentrationen von bis zu 200 Mikrogramm pro Kubikmeter möglich

Nach den Vorhersagemodellen des spanischen Ministeriums für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (Ministerio para la Transición Ecológica y el Reto Demográfico) und des spanischen Forschungsrates CSIC werden staubhaltige Luftmassen vom afrikanischen Kontinent auf die Kanarischen Inseln transportiert.

Die Modelle gehen davon aus, dass die Konzentration von Staubpartikeln in Bodennähe zwischen 5 und 200 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) liegen kann.

Aufgrund dieser Prognosen hat das kanarische Ministerium für den ökologischen Wandel eine Vorwarnstufe wegen Calima ausgerufen. In einigen Gebieten des Archipels hat sich die Luftqualität bereits verschlechtert und wird als mäßig bis ungünstig eingestuft.

Ursache ist die erhöhte Konzentration von Schwebstaub in der Umgebungsluft, die den zum Gesundheitsschutz festgelegten Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet.

Nach Einschätzung der Behörden handelt es sich nicht um eine besonders intensive Calima. Allerdings wird erwartet, dass die Staubbelastung über mehrere Tage mit unterschiedlicher Intensität auf den einzelnen Inseln anhält.

Welche gesundheitlichen Folgen kann Calima haben?

Erhöhte Konzentrationen von feinen Staubpartikeln können verschiedene gesundheitliche Beschwerden verursachen. Zu den leichteren Symptomen gehören Reizungen der Nase und des Rachens, Augenjucken und Husten.

Bei Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen können die Folgen jedoch deutlich schwerwiegender sein. So kann die Staubbelastung Asthmaanfälle auslösen oder den Gesundheitszustand von Patienten mit chronischen Atemwegs- und Herzerkrankungen verschlechtern.

Außerdem steigt nach Angaben der Gesundheitsbehörde die Wahrscheinlichkeit von Infektionen der oberen und unteren Atemwege.

Die Auswirkungen können auch nach dem Ende einer Calimaepisode anhalten. So beobachtet man oft noch bis zu fünf Tage nach dem Abklingen einer Calima eine erhöhte Zahl von Notfallbehandlungen in Krankenhäusern und Gesundheitszentren.

Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Grundsätzlich kann jeder Mensch durch die Belastung mit Saharastaub gesundheitliche Beschwerden entwickeln. Bestimmte Bevölkerungsgruppen reagieren jedoch besonders empfindlich auf erhöhte Partikelkonzentrationen.

Dazu gehören Minderjährige, ältere Menschen, Schwangere, Raucher und Personen, die im Freien arbeiten.

Besonders gefährdet sind außerdem Menschen mit chronischen Vorerkrankungen. Dazu zählen Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis und Lungenfibrose.

Auch Patienten mit Herzerkrankungen, beispielsweise koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder schlecht eingestelltem Bluthochdruck, gehören zu den Risikogruppen. Gleiches gilt für Menschen, die eine Sauerstofftherapie benötigen, sowie für Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Da die Calima voraussichtlich länger anhält, empfiehlt die Gesundheitsbehörde diesen besonders gefährdeten Personen, ihre Bedarfsmedikamente zu überprüfen und körperliche Anstrengungen im Freien einzuschränken.

Außerdem sollten sie auf Warnzeichen wie Husten, pfeifende Atemgeräusche, Atemnot, Brustschmerzen oder Herzklopfen achten.

Gesundheitsbehörde empfiehlt Schutzmaßnahmen

Um die gesundheitlichen Auswirkungen der Staubbelastung möglichst gering zu halten, gibt die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit folgende Empfehlungen:

  • Körperlich anstrengende Aktivitäten und Sport im Freien vermeiden.
  • Möglichst viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und Fenster geschlossen halten.
  • Staubablagerungen auf Oberflächen mit feuchten Staubtüchern entfernen.
  • Für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen sorgen.
  • Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
  • Verordnete Medikamente wie gewohnt weiter einnehmen.
  • Die Informationen und Vorhersagen der zuständigen Behörden verfolgen.
  • Bei einer Verschlechterung der Atemwegsbeschwerden die Notrufnummer 112 wählen.

Die Gesundheitsbehörde betont, dass diese Vorsichtsmaßnahmen insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen und andere besonders empfindliche Personengruppen wichtig sind.

Auch eine FFP2-Maske kann das Einatmen von Staub deutlich reduzieren.

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