12% der Patienten erleiden medizinische Fehler bei der Notfallbehandlung

Laut einer wissenschaftlichen Studie, die anlässlich des 22. Nationalen Kongresses der Spanischen Gesellschaft für Notfallmedizin in Pamplona präsentiert wurde, werden 12% der Patienten während der Notfallbehandlung in spanischen Krankenhäusern Opfer eines medizinischen Fehlers. Die Studie brachte zudem zutage, dass die Wahrscheinlichkeit eines medizinischen Fehlers dienstags mit 9,5% am niedrigsten und freitags mit 19,7% am höchsten ist.

Für den Koordinator des Programms für Patientensicherheit des Krankenhauses von Badalona, Dr. Santiago Tomás Vecina, zeigt die Studie, dass der Zahl von Fehlern bei der Notfallbehandlung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, wenn bis zu 12% der Patienten zusätzlich zu ihren eigentlichen Beschwerden unter medizinischen Fehlern leiden müssen. Gleichzeitig erklärte Dr. Santiago Tomás, dass es neben der Verantwortlichkeit des medizinischen Personals auch wichtige Einflussfaktoren bei Führung, Organisation, in der Ausbildung und bei der Belegschaft gebe. Er schätzt, dass rund 71% der Vorfälle vermeidbar seien.

Die Studie „Evadur“ (Eventos Adversos en Urgencias) wurde an 3.854 Patienten durchgeführt, von denen 462 mindestens einen medizinischen Fehler erlitten. Ingesamt wurden 505 Vorfälle beobachtet, da einige Patienten gleich mehrfach zu leiden hatten.

60% der Fehler hatten eine schädliche Auswirkung für den Patienten, 40% waren nicht schädlich. 9,2% der Fälle hatten deshalb keine schädlichen Auswirkungen, weil der Fehler noch rechtzeitig bemerkt und korrigiert werden konnte.

Die Studie zeigte, dass die meisten Fehler bei schwierigen Fällen und komplexen Behandlungen auftraten, besonders bei Patienten über 60 Jahren mit Risikofaktoren wie chronischen Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Diabetes oder allgemein bei starkem Medikamentenkonsum. So wurden auch 35% der Fehler bei der Verabreichung von Medikamenten gemacht.

45% der Fehler wurden erst bis zu 7 Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus festgestellt, was nach Auffassung der Autoren der Studie eine intensivere Patientenbetreuung nach der Entlassung erforderlich macht.

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