Mehr Maut durch höhere Geschwindigkeit auf spanischen Autobahnen?

Rund 2995 der insgesamt 3365 spanischen Autobahnkilometer sind direkt mautpflichtig. Eine Initiative der konservativen Partido Popular (PP) schlägt nun vor, die maximale erlaubte Geschwindigkeit von derzeit 120km zu erhöhen. Dadurch sollen die Autobahnen für die Benutzer attraktiver werden und die Mauteinnahmen steigen.

Mit der Wirtschaftskrise haben viele Autofahrer sich mautfreie Alternativstrecken gesucht, die Einnahmen der meist privaten Betreiberfirmen sind stark zurückgegangen, sodass viele Betreiber Konkurs anmelden mussten.

Paco Vañó, der den Antrag eingebracht hat, ist selbst Opfer eines Verkehrsunfalls und der erste querschnittsgelähmte Abgeordnete der spanischen Demokratie. Ihm sei zwar bewusst, dass es Studien gäbe, die zu dem Ergebnis kommen, dass eine um 20% erhöhte Geschwindigkeit zu 30% mehr tödlichen Unfällen führt. Er glaubt allerdings, dass die in Frage kommenden Autobahnen einen derart hohen Sicherheitsstandard aufweisen, dass sie ohne erhöhtes Risiko eine höhere Geschwindigkeit von z.B. 140km erlauben könnten.

Vañó glaubt außerdem, dass eine solche Maßnahme die Forderungen eines großen Teils der Gesellschaft erfüllen würde und die Situation der Betreiber verbessern könnte

Die 4 Autobahn-Hauptachsen von Madrid, in deren Ausbau rund 2,554 Mrd. Euro investiert wurden, verzeichnen pro Tag nur rund 10.480 Fahrzeuge, deutlich weniger als geplant. Die Betreiberfirmen haben mittlerweile Schulden von über 3,75 Mrd. Euro angehäuft.

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