Notare beurkunden 2,7% mehr Wohnungsverkäufe

Laut Statistik der spanischen Notariate ist die Zahl der beurkundeten Wohnungsverkäufe in 2012 um 2,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Dezember vereichneten die Notare sogar eine “Jahresendrallye”; die Zahl der Beurkundungen stieg im Dezember 2012 um 33,7% gegenüber dem Wert des Vorjahres. Grund für diesen Anstieg war der Wegfall der Steuervergünstigungen bei selbstgenutztem Wohnraum und eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 4% auf 10% bei Neubauten. In 2012 wurden insgesamt 366.225 Wohnungsverkäufe beurkundet.

Die Zahlen scheinen auf den ersten Blick im Widerspruch zu den Angaben der kürzlich veröffentlichten Werte des Nationalen Statistikinstituts (INE) zu stehen. Dort war ein Rückgang der Anzahl der Wohnungsverkäufe um 11,3% ermittelt worden.

Diese unterschiedlichen Ergebnisse sind durch die unterschiedliche Systematik bei der Datenerhebung bedingt. Während die Notare naturgemäß direkten Zugriff auf die Zahl der beurkundeten Verkäufe haben, erfasst das INE die Eintragungen im Eigentumsregister. Zwischen Beurkundung eines Wohnungskaufes bis zu dessen Eintragung im Eigentumsregister vergehen in der Regel ein bis drei Monate. Folglich erfasst die Statistik der Notare die „beurkundeten Wohnungsverkäufe“, während die INE die „eingetragenen Wohnungsverkäufe“ erhebt.

Die Notare sind also zeitlich näher am tatsächlichen Geschehen dran und können dieses schärfer abbilden, weil die zeitliche Streuung durch die unterschiedlich langen Eintragungszeiten nicht auftritt.

Die Statistik der Notare hat für 2012 eine durchschnittliche Preisreduktion von 11,8% gegenüber dem Vorjahr ergeben; der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag in 2012 bei 1.328€.

1 Kommentar

  1. Die Zahlen stehen sicher nicht im Widerspruch zum statistischen Institut, allerdings sind sie ausschliesslich von der Jahresendrally beeinflusst, die nichts mehr war, als vorweggenommenes Verkaufsgeschäft in 2013.

    Die Banken wurden ja nicht müde diesen Sondereffekt zu betonen, der noch mit einem zusätzlichen Rabatt auf die Plusvalia als Kaufanreiz versehen war.

    Die Verkaufsstatistik 2013 wird diese Vorwegnahme abbilden und vermutlich deutlich niedriger liegen.

    Das statistische Institut bildet daher den Trend ab, die Notarstatistik eher einen schlaglichtartig ausgeleuchteten Sondereffekt.

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