Wenn am Sonntag Wahlen wären…

sähe es schlecht aus für die aktuelle Regierung von Präsident Mariano Rajoy und seiner Partido Popular (PP). Während die PP die Parlamentswahlen im November 2011 mit 44,6% mit sehr deutlichem Vorsprung vor den Sozialisten (PSOE, 28,7%) gewinnen konnte, müsste sie sich ihrer ärgsten Konkurrentin knapp geschlagen geben. Die PP würde momentan 32% erreichen, die PSOE 33,5%.

Seit der Wahl 2011 ging es mit der PP in der Wählergunst deutlich bergab. Kein Wunder, denn die Regierung musste eines der härtesten Sparprogramme in der schwersten Krise durchsetzen, die das Land seit Einführung der Demokratie je erlebt hat. Einen absoluten Tiefpunkt erreichte die Akzeptanz der PP mit 30,1% bei der Wählerumfrage im September 2013. Wohl infolge der allseits propagierten wirtschaftlichen Erholung stieg die Wählergunst im Oktober 2013 auf 34,1% und der Abstand zur PSOE (29%) vergrößerte sich wieder deutlich.

Die neuerlichen Verluste bei den Umfrageergebnissen dürften in dem beim Volk wenig beliebten radikalen Kurswechsel bezüglich des Abtreibungsrechts begründet sein. 80% der Befragten sind gegen die Reform des Abtreibungsrechts. Selbst bei den PP-Wählern sind 68% gegen die Reform, und sogar 60% der Katholiken sind dagegen.

Insgesamt erhält die aktuelle Regierung schlechte Noten von ihrem Volk. Gerade einmal 24% glauben, dass die Regierung wisse was sie tut. 71% dagegen meinen, dass die Regierung nur spontan improvisiere.

Nur 18% der Befragten befürwortet die Arbeit von Mariano Rajoy als Präsident der Regierung, 78% befürworten sie nicht. Nur 18% der Befragten teilen den Optimismus der Regierung in Bezug auf die Arbeitslosigkeit und glauben, das diese kontinuierlich sinken werden. 65% glauben dagegen, dass die Arbeitslosigkeit gleich bleibe oder sogar weiter ansteigen werde.
25% der Befragten glauben, dass die Wirtschaft noch nicht die Talsohle erreicht hat, sondern sich in den nächsten Jahren verschlechtern wird. 64% glauben, dass die Talsohle erreicht ist und dass die Erholung langsam von statten gehen wird. Nur 7% glauben, dass die Wirtschaft sich in wenigen Jahren erholen wird.

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