Tag der Organspende in Spanien

Seit Jahren steht Spanien in Sachen Organspende und Organtransplantation weltweilt an der Spitze und weist überdurchschnittlich hohe Spenderquoten auf. Die Gesundheitsbeauftragte der Kanarenregierung, Brigida Mendoza Betancor, nahm den 26. März 2014 als Nationalen Tag der Organspende zum Anlass, die Bedeutung von Organspenden hervorzuheben. Der spanische Gedenktag, der seit 2008 alljährlich am letzten Mittwoch im März stattfindet, wurde eingeführt, um der Bevölkerung aufzuzeigen, dass Organspenden Leben retten und schwerkranken Menschen wieder neue Lebensqualität schenken können. Die öffentlichen Krankenhäuser auf den kanarischen Inseln konnten dank 12 Lebendspendern und 59 verstorbenen Spenderpersonen allein im Jahr 2013 bei 140 Menschen Organtransplantationen durchführen.

In den meisten Fällen handelte es sich dabei um die Verpflanzung von Nieren, aber auch um Leber- und Bauchspeicheldrüsentransplantationen. Obwohl Spanien allgemein mit seinen Spenderzahlen bereits weit über dem europäischen Durchschnitt liegt, befinden sich die kanarischen Inseln unter den führenden Regionen und konnten die Zahl der Organtransplantationen 2013 im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 13,8% erhöhen. Das Universitätskrankenhaus „Nuestra Señora de Candelaria“ auf Teneriffa gilt dabei als Referenzzentrum für Nierentransplantationen von Lebendspendern – allein im Jahr 2013 wurden 12 Spendernieren an Schwerkranke verpflanzt. Hauptvorteil bei der Transplantation von noch lebenden Personen ist vor allen Dingen die bessere Verträglichkeit des neuen Organs für den Empfänger. Um Komplikationen nach der Organverpflanzung zu minimieren, werden auf den Kanaren Spender und Empfänger seit 2007 durch einen genetischen Vergleich genauestens untersucht. Neben der Spende von Organen, ist auch die Gewebespende, z. B. von Knochenmark, Hornhaut, Plazenta oder Knochen, von enormer Bedeutung.

Die kanarische Regierung nutzte den spanischen Gedenktag, um der Bevölkerung im Namen aller Organempfänger ihre Dankbarkeit auszudrücken, da durch die selbstlose Großzügigkeit der Spender viele Menschenleben gerettet werden konnten. Dennoch sollte sich jeder Einzelne mit dem Thema Organspende auseinandersetzen, da Vorurteile und Ängste meistens nur die Folge mangelhafter Informationen sind.

Anders als in Deutschland, kann jeder, der eine Organentnahme nicht ausdrücklich in Form einer Widerspruchserklärung verneint, nach seinem Tod zum Spender werden. Wird in Spanien ein Todesfall gemeldet, setzen sich die Angestellten eines Krankenhauses sofort mit der Familie in Verbindung, um das Einverständnis zur Organentnahme zu erhalten. Nach spanischem Recht ist also die Zustimmung oder Ablehnung der Angehörigen bei der Organspende entscheidend. Dieses „spanische Modell“ wird mittlerweile sogar von der Weltgesundheitsorganisation (WTO) empfohlen und verhilft Spanien jährlich zu neuen Rekordzahlen in Sachen Organspende.

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