Genehmigte Probebohrungen lösen Proteste aus: Fuerteventura erlebt die größte Demonstration seiner Geschichte

Die Zustimmung der spanischen Regierung für die Probebohrungen vor der kanarischen Inselgruppe gegen Ende Mai löste bei den ohnehin hartnäckigen und aktiven Gegnern des Ölprojekts eine unglaubliche Protestwelle aus. Neben Regionalregierung, Inselverwaltungen der Kanaren und sämtlichen Umweltschutzorganisationen sind vor allem viele der direkt betroffenen Bürger der Kanaren entschlossen gegen die Erforschung möglicher Erdöl-Vorkommen.

Als einer der zehn größten privaten Erdölkonzerne weltweit bekam der spanische Ölriese „Repsol“ nun die offizielle Erlaubnis etwa 60 Kilometer vor den Küsten von Lanzarote und Fuerteventura nahe der Seewassergrenze zum Nachbarn Marokko Probebohrungen durchzuführen. Wie „Repsol“ angesichts der vielen Gegenbewegungen betonte, handele es sich bei diesem Projekt nur um „Forschung und Erkundung“ und noch lange nicht um die tatsächliche Förderung von Öl. Und doch ist der Widerstand kaum zu stoppen. Während Befürworter des Vorhabens argumentieren, dass eine Rohstoffförderung neue Wirtschaftsimpulse mit sich bringt und somit den so hohen Arbeitslosenzahlen entgegenwirken könnte, zeigen sich Gegner von diesem Argument weitgehend unbeeindruckt. Da der Tourismus nun schon jahrzehntelang die Wirtschaftsgrundlage der Kanaren bildet, würde die Schaffung einer einzigen Hotelanlage wohl mehr Arbeitsplätze schaffen als eine Ölplattform, die zudem sicherlich auf die Arbeit von Experten angewiesen sein würde und daher kaum die Menschen auf den Kanaren mit Arbeitsplätzen bereichern würde. Und dennoch: Infolge erster Untersuchungen im Jahr 2001 geht man von einem solch lukrativen Ölfeld auf dem kanarischen Meeresgrund aus, dass damit sogar 10 Prozent des spanischen Erdölbedarf über zwei Jahrzehnte lang gedeckt werden könnten.

Dieses vermeintlich größte in der Geschichte Spaniens entdeckte Ölfeld birgt ein gewaltiges Risiko, das auch die Hauptsorge so vieler Menschen bereitet. Die Gefahr einer Ölpest und deren Folgen wären unbestreitbar katastrophal. Nicht nur die Trinkwasserversorgung auf den Inseln würde mit der Verschmutzung der Meerwasserentsalzungsanlagen mit einem Mal zusammenbrechen, auch die so einzigartige Fauna und Flora befände sich in Gefahr. Besonders auf Fuerteventura und Lanzarote riefen viele Bürger zu Demonstrationen auf, um die Probebohrungen abzuwenden. Am Samstag, den 07.06.2014 zählte die Lokalpolizei in Puerto del Rosario einen Protestmarsch, dem sich in den Straßen der Hauptstadt über 18.000 Menschen, darunter auch wichtige Politiker der Insel, anschlossen. Eine solch große Demonstration war auf den sonst so ruhigen Kanaren bisher unbekannt. „Dieses Volk lebt seit vielen Jahren vom Tourismus. Ein Ölunfall würde uns in eine Zeit zurückwerfen, die von Hunger und Elend geprägt ist“, hieß es unter Anderem. Einheitlich schwarz gekleidete Menschen mit dunkel bemalten Gesichtern, Fahnen und Plakaten protestierten mit dem Aufruf „Nein zum Öl!“ entschlossen, aber friedlich gegen die anrückende Ölindustrie. Nach speziell auf die Situation zugeschnittenen Reden und Gedichten, wurde am Ende des Demonstrationszuges ein Manifest vorgelesen, das dazu auffordert die Bohrgenehmigungen zurückzunehmen. Neben der Besorgnis über die Risiken einer Ölförderung, war es auch ein Gefühl von Zusammenhalt und Tradition und die Liebe zu den Kanaren, die sowohl Einheimische, als auch Auswanderer und Urlauber in die Straßen nach Puerto del Rosario führte. Sicherlich ist dieser Streit noch nicht zu Ende, doch es bleibt abzuwarten, wie Befürworter und Gegner in Zukunft zusammenfinden und sich die Erdölfrage löst.

2 Kommentare

  1. Hierfür gebe ich auch meine Unterschrift solche Profitgier von den Ölfirmen. Sie sollen in ihrer Öllache baden gehen und sich dabei erholen. Wir wollen unsere Insel— sauberes Wasser und keine Ölschmiere haben — Sonnencreme bringen wir schon mit. Also haltet nur alles sauber und werft die PROFITGEIER von den Kanaren
    Na hierbei heißt es eben nicht!!MACHT DIE INSELN UNTERTAN—-sondern sie müssen beschützt werden

    eine Freundin von den Kanaren Adios.

  2. Unterzeichnen gegen die Öl-Bohrungen!

    Die einen versuchen, Meeresschildkröten wieder auf Fuerteventura anzusiedeln, die anderen wollen in einer der letzten Paradiese dieser Erde aus reiner Geldgeilheit und in Kenntnis der noch vorhandenen seismischen Aktivitäten Öl-Bohrungen in gefährlichen Tiefen durchführen.

    Es ist unglaublich, wozu Menschen fähig sind.

    Protestieren Sie bitte gegen diese Umwelt-Katastrophe auf [b]savecanarias.org[/b]

    Herzlichen Dank von einem Fuerte-Fan

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