Kein Geld zum Sparen: Spaniens Sparquote sinkt

Den aktuellen Berechnungen des nationalen Statistikinstituts „Instituto Nacional de Estadística“ (INE) zufolge, ist die Sparquote der privaten Haushalte zum ersten Mal seit der Jahrhundertwende sogar negativ. Im ersten Quartal 2014 betrug sie fast -2% des verfügbaren Einkommens, das gegenüber dem Vorjahresquartal 2013 ebenfalls um 2,7% auf knapp 157.661 Millionen Euro gesunken ist.

Die Statistik zeigt somit, dass die Ausgaben spanischer Haushalte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres fast 3 Millionen Euro über ihren Einnahmen lagen. Berechnet man daraus die Bruttoersparnis, kommt man auf -2.987 Millionen Euro und einen gewaltigen Unterschied zu den gut 4 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Erklären lässt sich dies mit den weitaus niedrigeren Einkommen, die Anfang 2014 deutlich unter den noch gestiegenen Konsumausgaben privater Haushalte lagen. Im ersten Quartal standen somit fast 3% weniger Einkommen knapp 2% höheren Konsumausgaben entgegen.

Entgegengesetzt verhält sich die Lage jedoch im öffentlichen Sektor. Der Finanzierungsbedarf der öffentlichen Hand sank im aktuellen Berechnungszeitraum von Januar bis März 2014 gegenüber dem Vorjahr sogar von 6.116 auf 4.954 Millionen Euro. Hierbei ist aber das verfügbare Einkommen mit einem Anstieg von 2,1% durch erhöhte Steuern und geringere Sozialausgaben deutlich angewachsen. Die Bruttoersparnis der öffentlichen Hand kletterte von negativen 371 Millionen Euro im ersten Quartal 2013 auf ganze 696 Millionen Euro im laufenden Jahr.

Infolge der aktuellen Entwicklungen betrug der Finanzierungsbedarf der spanischen Wirtschaft im aktuellen Berechnungszeitraum mit über 7.000 Millionen Euro fast 3% des BIP und liegt somit 4.000 Millionen Euro über dem Stand des ersten Quartals 2013.

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