Living Planet Report 2014: WWF-Bericht liefert erschreckende Ergebnisse

Seit 20 Jahren misst die internationale Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) mit ihrem Living Planet Report alle zwei Jahre den „Gesundheitszustand“ unserer Erde. Die Erkenntnisse des diesjährigen Berichts liefern mehr Schreckensbotschaften, als jemals zuvor. Demnach hat sich zum Beispiel die Artenvielfalt im Bereich der Wirbeltiere seit 1970 insgesamt mehr als halbiert.

Im Laufe der letzten 40 Jahre untersuchte der WWF die Entwicklung von 3.038 Wirbeltierarten und kam dabei zu derart schlechten Ergebnissen, die nicht einmal die Organisation selbst erwartet hätte. Denn egal ob Amphibien, Säugetiere, Vögel, Reptilien oder Fische: Die Zahl der Land- und Meerestierarten ist durch Faktoren, wie die Zerstörung der Lebensräume, die Ausbeutung der Ökosysteme und den Klimawandel, um 39 Prozent zurückgegangen. Am schlimmsten betroffen sind jedoch die Süßwassertiere. Von ihnen ist im Vergleich nur noch ein Viertel der ursprünglich gemessenen Tierbestände übrig geblieben. Neben der Umweltverschmutzung spielt dabei unter anderem auch die künstliche Veränderung der natürlichen Wasservorkommen durch Bewässerungsanlagen oder Staudämme eine große Rolle. Auch bei den Meerestierarten ist seit den 80er-Jahren ein steiler Rückgang zu beobachten, besonders in den Tropen und dem Antarktischen Ozean. Dies betrifft vor allem Meeresschildkröten, Haie oder den größten Wandervögel, den Albatros.

Ein weiterer Teil des Berichts befasst sich mit dem sogenannten ökologischen Fußabdruck, der das Ausmaß der Beanspruchung der Umwelt durch den Menschen misst und gleichzeitig die Fläche errechnet, die dazu nötig wäre, um die benötigten Ressourcen wieder verfügbar zu machen. Auch hier sind die Ergebnisse niederschmetternd, denn laut dem WWF bräuchte die Menschheit bei ihrem aktuellen Verbrauch die Regenerationsfähigkeit von weiteren eineinhalb Planeten, um die benötigten Ressourcen wieder erneuern zu können. Der Mensch sägt also am Ast, auf dem er sitzt, wenn er Bäume schneller absägt, als sie nachwachsen können, die Ozeane überfischt und mehr Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre pumpt, als von der Umwelt überhaupt aufgenommen werden können. Bei der Berechnung des ökologischen Fußabdrucks lagen Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dänemark und Belgien auf ersten fünf Rängen. Spanien landete dabei auf Platz 40. Während der Fußabdruck in den reicheren Ländern wächst und dafür im Bereich der biologischen Vielfalt aufgeholt werden kann, verhält sich die Lage in ärmeren Ländern genau umgekehrt. Ein trauriger Widerspruch, bei dem viel auf dem Spiel steht, wenn nicht gehandelt wird. Trotz dem katastrophalen Zukunftsszenario, birgt der Living Planet Report aber auch eine positive Nachricht. Es ist immer noch möglich den Planeten zu retten, man muss nur anfangen zu handeln.

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