Erster Nachwuchs des heimischen Purpurarien-Skinks in Gefangenschaft

Skink

Im Rahmen eines Forschungsprojekts ist es der Umweltschutzabteilung des Cabildo (Inselverwaltung von Fuerteventura) gelungen, eine der sonderbarsten Reptilien aus der vielfältigen heimischen Fauna der Kanaren in Gefangenschaft fortzupflanzen. Bei dem unerwarteten Nachwuchs handelt es sich um den auf der Insel heimischen Purpurarien-Skink (Chalcides simonyi), einer ca. 30 Zentimeter großen Echsenart aus der Familie der Skinke. Hauptziel des Projekts war jedoch nicht die Fortpflanzung, sondern die Erforschung dieser weitestgehend unbekannten Tierart in Gefangenschaft.

Dazu versuchte man, das künstliche Lebensumfeld der Tiere so gut wie möglich an die Verhältnisse in freier Natur anzupassen. Wie die Umweltschutzbeauftragte Natalia Évora erklärte, hätten die Ergebnisse dieser Aktion alle anfänglichen Erwartungen übertroffen. Ein Männchen aus Triquivijate und ein Weibchen, das in Betancuria gefangen wurde, bekamen in den Terrarien der Biologiestation von La Oliva insgesamt fünf Junge, wovon schließlich zwei überlebten und kürzlich im selben Umfeld des Muttertieres freigelassen wurden.

Einer der Hauptgründe für die vom Cabildo durchgeführte Studie war die kaum vorhandene Dokumentation über diese Tierart. Obwohl der Purpurarien-Skink – in Spanien als „lisneja“ bekannt – unter den Echsenarten auf Fuerteventura und Lanzarote sehr bekannt ist, ist die Wissenslücke über seine Art nach wie vor sehr groß. Diese Tatsache machte aus der Studie eine Art Pionierprojekt, weil das Tier noch nie zuvor in Gefangenschaft erforscht wurde. Es startete bereits im Jahr 2012, als man die geographischen Verbreitungspunkte der Echse lokalisierte und in acht Monaten insgesamt 16 Exemplare aus verschiedenen Inselgebieten einfing, darunter Betancuria, Agua de Bueyes, La Oliva und -mit größten Erfolg- das zentral gelegene Triquivijate. Parallel kümmerte sich das Cabildo um die notwendige Ausrüstung in der Biologiestation von La Oliva und richtete eine Reihe spezieller Terrarien ein. Diese umfassten eine Fläche von mehr als 31 Quadratmetern, um den Tieren genügend Raum für einen Zufluchtsort zu bieten. Ferner wurde darauf geachtet, dass die vorherrschenden Umweltbedingungen, wie Licht, Feuchtigkeit oder Temperatur so exakt wie möglich an den natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst werden. Da die „lisneja“ nur sehr schwer zu fangen ist, brachte die Suche einige Probleme mit sich. Man musste zunächst ihre natürlichen Zufluchtsräume, wie Mauern oder verlassene Steinkonstruktionen untersuchen und sie anschließend anhand von hinterlassenen Spuren und Überresten aufspüren. Mit der Freilassung aller eingefangenen Exemplare in ihre ursprünglichen Lebensräume ging kürzlich der letzte Teil des Projekts zuende.

Entdeckt wurde der Purpurarien-Skink durch den Professor Oskar Simony, der während seines zweijährigen Aufenthalts auf Teneriffa zwischen 1888 und 1890 verschiedene Tiere und Stoffe erforschte und katalogisierte. Auf Fuerteventura sammelte er als erster Exemplare dieser Echsenart und schickte sie an den österreichischen Zoologen Franz Steindachner, welcher die Art schließlich als „Chalcides simonyi“ beschrieb. Der Purpurarien-Skink ist das einzige heimische Reptil auf Fuerteventura, das hauptsächlich im nördlichen und zentralen Teil der Insel anzutreffen ist. Er gehört zur Familie der Skinke, die auf den Kanaren durch vier heimische Arten der Gattung Chalcides vertreten ist. Für die drei Arten, die auf Teneriffa, El Hierro und La Gomera sowie Gran Canaria leben, besteht keine Gefährdung. Die auf Fuerteventura, Lanzarote und Lobos anzutreffende „lisneja“ wurde hingegen als geschützte Art gelistet und ist aufgrund ihrer überproportionalen Größe viel seltener und schwieriger anzutreffen. Eine Schwangerschaft dauert bei dieser Art um die sechs Monate, bis das Weibchen anschließend zwischen vier und fünf Junge innerhalb von ca. zwei Stunden zur Welt bringt. Die kleinen Echsen sind im Durchschnitt nur etwa 48 Millimeter groß und bringen knapp 1,6 Gramm auf die Waage. Nachdem die Möglichkeit der Fortpflanzung in Gefangenschaft durch das Projekt bestätigt wurde, hieß es aus dem Cabildo, man sei beruhigt darüber, dass es irgendwann, wenn es die zukünftige Situation es erfordert, möglich sein wird, ein entsprechendes Artenerhaltungsprojekt zu starten, um das Überleben dieser geschützten Tierart zu sichern.

1 Kommentar

  1. eszum Guten ist ja nun wirklich ein Wunder,das wir auch im Kleinen ein kleines Geschöpf entdecke durften.Hoffentlich kommen diese niedlichen Krappeltierdhen auch auf ihre Kosten und Lebensbedingiungen. Es wird schon alles zum Guten werden. Ja das KLEINE hat auch seine DASAEINS BERECHTIGUNG..FEIN;FEIN soll es wieder sein

    tschüs sagt nun lobi

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