Erneute Walstrandung an der Ostküste von Fuerteventura

Kaum drei Wochen nach der ersten Meldung über einen gestrandeten Zwergwal in der Nähe der kürzlich begonnenen Erdöl-Probebohrungen, wurde unweit des ersten Fundortes an der Ostküste von Fuerteventura schon wieder ein Walkadaver gefunden. Im Gegensatz zum letzten Fund handelt es sich diesmal um ein noch sehr kleines Exemplar der unter Artenschutz gestellten Walart. Das knapp 1,80 lange Tier wurde an der Einmündung des Barranco de la Torre an der Küste von Antigua gefunden und von den Umweltschutzbeamten der Inselverwaltung umgehend in die Biologiestation von La Oliva transportiert. Auch dieser Wal zeigte äußerlich keinerlei Verletzungen, die auf Schiffsschrauben oder Zusammenstöße schließen lassen.

Um die genaue Todesursache also zu klären, soll eine Nekropsie durch die wissenschaftlichen Experten für Gewissheit sorgen. Trotz des auffälligen Zusammenfallens der verendeten Tiere und der unmittelbaren Nähe zu den stattfindenden Probebohrungen nach förderungsfähigem Erdöl im Ost-Atlantik, kann vor einer genauen Analyse noch kein direkter Zusammenhang festgelegt werden. Dennoch drängen neben den Bürgern der betroffenen Inseln besonders auch Wissenschaftler darauf, sich die möglichen Schäden der Bohrungen nochmals vor Augen zu halten. Die Tatsache, dass diese in einer höchst sensiblen Naturzone stattfinden, birgt enorme Risiken für die Populationen dutzender – teilweise geschützter – Walarten.

Ein vorläufiger Bericht über die Analyse des Walkadavers, der am 20. November gestrandet war, legte eine schwerwiegende chronische Erkrankung des Zentralnervensystems als Hauptursache der Strandung fest. Nachdem das Tier durch das angeschlagene Immunsystem ohnehin schon stark geschwächt war, führte das Trauma der Strandung schließlich am Strand der Costa Calma zum Tod. Die Ursache der diagnostizierten Erkrankung wurde nach wie vor noch nicht geklärt.

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