Treibstoff aus gesunkenem Fischfang-Trawler bedroht Teile der kanarischen Küsten

Was mit einem Brand an Board eines russischen Fischfang-Trawlers begann, scheint sich zu einer Umweltkatastrophe auszuweiten. Am 11.04. brannte es zunächst im Maschinenraum des Fischfang Trawlers „Oleg Nazdenov“. Zu diesem Zeitpunkt lag das Schiff im Hafen Puerto de la Luz auf Gran Canaria. Das Schiff hatte gerade rund 1.400 Tonnen Treibstoff aufgenommen , da es sich auf einen längeren Fischfangaufenthalt vorbereitete. Da der Brand im Hafen nicht unter Kontrolle zu bringen war, brachte man im Morgengrauen des 12. 04. das Boot auf hohe See hinaus, wohl mit dem frommen Wunsch, dass sich das Feuer früher oder später auslaufen könnte.


Allerdings sank der Trawler dann in der Nacht vom 14. auf den 15.04. rund 15 Seemeilen südlich von Gran Canaria und mit ihm eben jene rund 1.400 Tonnen Treibstoff, die es geladen hatte. Und natürlich kam es wie es kommen musste, der Treibstoff begann auszutreten und das Meer zu verschmutzen. Die spanische Zentralregierung schickte eine Spezialfirma mit einem unbemannten Tauchroboter, der das Wrack untersuchte. Da es in einer Tiefe von rund 2.700m liegt, ist an eine andere Herangehensweise nicht zu denken.

Nach einer Pressemitteilung der spanischen Zentralregierung vom 26.04. soll es aktuell keine Verschmutzungen an den Küsten von Teneriffa und Gomera geben. Mit dem Tauchroboter einer spezialisierten norwegischen Firma wurden das Wrack untersucht und drei Fissuren festgestellt, aus denen bis zum 26.04. weiterhin Treibstoff austrat. Die spanische Zentralregierung ließ ebenfalls verlauten, das die Vorbereitungen für die Versiegelung der Fissuren in vollem Gang seien.

Zunächst war man davon ausgegangen, dass der freigesetzte Treibstoff nicht an die kanarischen Küsten kommen solle. Ein Trugschluss, wie sich inzwischen herausstellte, da am 22.04 erste Flecken der klebrigen Substanz an südöstlichen Stränden Gran Canarias auf Land getroffen waren. Bis Sonntag, den 26.04. hatten freiwillige Helfer und die Notfallteams der kanarische und der spanischen Regierung nach Presseberichten rund 400kg eingesammelt. Die Touristenstrände sollen allerdings nicht betroffen sein.

Inzwischen beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit der Frage, ob es rechtmäßig war, das Schiff aus dem Hafen auf hohe See zu schleppen und ob der Eigner des Schiffes über alle entsprechenden Versicherungen verfügt.

Trauriger Verlierer ist in jedem Fall die außerordentlich artenreiche Unterwasserwelt der Kanaren.

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