Abschied von Schimpansin Cheeta aus dem Oasis Park

Nach monatelanger veterenärmedizinischer Begutachtung musste sich das Schimpansenweibchen Cheeta noch von Spezialisten auf Herz und Nieren untersuchen lassen, um zu bescheinigen, dass sie für ihre große Reise bereit war. Am 19.11.2015 begann dann Cheetas Transport vom Oasis Park zur Stiftung MONA ins nordspanische Girona.

Die 28-jährige Schimpansin wurde in den 80er Jahren gemeinsam mit einem Männchen von ihrem vorigen Besitzer illegal gehalten und für Ausstellungs- und Fotozwecke mit Touristen und Spaziergängern ausgenutzt.

Die Behörden beschlagnahmten anschließend beide Tiere, da die illegale Haltung potentiell gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Tierarten verboten ist, besonders bei so sozialen und intelligenten Tieren wie Schimpansen. Seither verbrachten sie 28 Jahre in der Obhut des Tierparks in La Lajita, der während dieser Zeit außerdem das einzige Rettungs- und Genesungszentrum solcher Arten auf der Insel darstellte.

Im vergangenen Juli gab es jedoch einen unglücklichen Ausbruch, sodass man aus Sicherheitsgründen zwei der drei Schimpansen töten musste. Als einzige Hinterbliebene war Cheeta nun allein. Die Verantwortlichen des Parks entschieden, dass damit keine artgerechte Haltung des hoch entwickelten Tieres mehr möglich war und die beste Lösung darin bestand, sie in einer anderen Einrichtung mit Artgenossen unterzubringen, sodass die 28-jährige Cheeta den Rest ihres Lebens, das ohne weiteres 60 Jahre in Gefangenschaft betragen kann, nicht alleine verbringen müsste.

Nachdem keine andere Option mehr offen stand, kontaktierte man die Stiftung MONA in Girona, die ihrerseits zuvor die Unterbringung und Integration Cheetas mit anderen Gruppen angeboten hatte. Es handelt sich dabei um eine gemeinnützige Organisation, die der Rettung und Erholung von Primaten gewidmet ist und zugleich einen wichtigen Lehr- und Wissenschaftsbeitrag leistet. Die Erfahrung der Stiftung und ihr Ziel trugen zweifellos dazu bei, dass sie vom Oasis Park ausgesucht wurde, welcher laut Guacimara Cabrera, der Bildungsbeauftragten des Zoos, ebenfalls die Beseitigung des illegalen Handels mit gefangenen Tieren zum Ziel hat und man sicher sei, dass Cheeta bei der Stiftung ein neues, sicheres und ruhiges Zuhause finden wird.

Zur Zeit befindet sich Cheta im Eigentum des Staates weil sie seit ihrer Ankunft im Tierpark Fuerteventuras untergebracht war, der seit mehr als 28 Jahren die Kosten der Unterbringung und medizinischen Versorgung übernahm. Die Leitung des Parks betrachtet Cheeta weiterhin als Teil der Familie und ist daher bereit, eine lebenslange Rente für ihre Haltungs- und Klinikausgaben am neuen Ort zu bezahlen.

Ebenso werden die Transportkosten vom Zoo übernommen. Um gemeinsam den Transport nach Riudellots de la Selva in Girona zu bewerkstelligen, ist am 16.11.2015 Personal der Stiftung MONA nach Fuerteventura gekommen. Cheeta wurde daraufhin am 19.11.2015 nach Madrid geflogen und anschließend nach Girona gefahren. Sie wird eine Weile brauchen, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und in die neue Gruppe von Artgenossen zu integrieren.

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