Canarios sind arm, aber glücklich

Dass Geld allein nicht glücklich macht, klingt zweifellos wie eine abgedroschene Weisheit. In Anbetracht des Happy Planet Index (HPI), der von der New Economics Foundation als eine Art Glücksindex der Bevölkerung publiziert wird, könnte aber auch etwas Wahres dran sein. Der Index misst drei verschiedene Variablen, um ein Maß für die ökologische Effizienz der Erzeugung von Zufriedenheit zu bilden. Dabei werden Werte, wie Lebenserwartung, persönliche Lebenszufriedenheit und der Ökologische Fußabdruck kombiniert.

In diesen drei Parametern weisen die Bewohner der Kanaren eine herausragenden Position auf, die weit über dem nationalen Durchschnitt liegt und in der Berechnung sogar alle anderen Regionen des Landes übersteigt.

Besonders auffällig ist dabei der Unterschied zwischen dem niedrigen Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum nationalen Wohlstand und dem hohen Glücksfaktor auf den Kanaren. Denn da die kanarische Bevölkerung im Durchschnitt pro Kopf ein deutlich geringeres Einkommen aufweist als im Rest Spaniens, kann die Zufriedenheit der Canarios nicht unbedingt auf materielle Dinge, wie teure Sportautos oder Besuche in Nobelrestaurants und Luxushotels zurückzuführen sein. Das Leben auf den Kanaren scheint somit der perfekte Beweis dafür zu sein, dass weniger manchmal einfach mehr ist.

Den Berechnungen zufolge zählen nach den Kanaren auch Regionen, wie die Extremadura, Navarra, Rioja oder die Balearen zu den „glücklicheren“, während Andalusien aufgrund der geringeren Lebenserwartung, Madrid wegen des erhöhten ökologischen Fußabdrucks oder León durch eine geringere Zufriedenheit der Bevölkerung zu den „unglücklichsten“ Teilen Spaniens gehören.
Insgesamt belegt Spanien Platz 38 von insgesamt 156 Ländern, die im HPI aufgelistet sind. Zu den zufriedensten Teilen der Erde gehören dabei Dänemark, Norwegen, die Schweiz, Schweden und die Niederlande.

Eine neue Studie der University of British Columbia geht sogar so weit und stellt die These auf, dass Geld nichts mit dem Glück eines Menschen zu tun hat, sondern einzig und allein ein Mittel dafür ist, das Gefühl von Traurigkeit zu unterdrücken und die Unzufriedenheit auf irgendeine Art und Weise zu kompensieren.

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