Palmrüssler-Plage auf den Kanaren vollständig eliminiert

Als bisher erster Ort weltweit konnten die Kanaren einen Rüsselkäfer-Befall durch den Rhynchophorus ferrugineus (spanisch: picudo rojo) vollständig eliminieren. Der Generaldirektor für Landwirtschaft der Kanarischen Regierung hatte die erfolgreiche Bekämpfung der Plage vor kurzem offiziell bestätigt.

Der sogenannte Palmrüssler gehört zu den schädlichsten Insekten für sämtliche Palmenbestände weltweit. Die befallenen Pflanzen färben sich zunächst gelb und verwelken nach und nach, bis sie vollständig eingehen. Der Käfer stammt ursprünglich aus Südostasien und fing vor etwa 25 Jahren an, sich durch den Mittleren Osten bis nach Marokko zu verbreiten. Fast immer bedingt durch den Import von Palmen wurde er schließlich auch in Italien, Frankreich, Portugal, Spanien, Zentralamerika, Kalifornien sowie nahezu alle Mittelmeerländer eingeschleppt.

Sein Befall ist in frühen Stadien äußerlich nicht erkennbar. Sobald erste Symptome zu sehen sind, ist die Palme in der Regel bereits rettungslos verloren. Nachdem zum Ende des Befalls auch die Blattwedel absterben, kann der zerstörte Wachstumskegel, in dessen Inneren sich die Schädlinge aufhalten, keine neuen Blätter mehr ausbilden. Ein einziger betroffener Baum könnte den Anfang einer großflächigen Plage bedeuten, da aus nur einer Pflanze mehr als 1.000 Käfer hervorgehen können.

Im Jahr 2005 wurden die Schädlinge auf den Kanaren zum allerersten Mal nachgewiesen. Nach einer anfänglichen Untersuchungsphase hatte man bis zu 16 aktive Verbreitungsherde lokalisiert, wovon hauptsächlich Gran Canaria und Fuerteventura betroffen waren. Im Rahmen des Projekts zur Bekämpfung der Schädlinge, in das bis zu neun Millionen Euro investiert wurden, hatte man innerhalb von zehn Jahren insgesamt 706.081 Palmen untersucht, wovon 209.547 behandelt und 659 beseitigt werden mussten. Im Laufe der Kampagne konnten 681 Käfer eingefangen werden.

Im Juni 2016 waren schließlich genau drei Jahre vergangen, seitdem der letzte Palmrüssler auf Fuerteventura gefangen wurde. Laut den Richtlinien der Europäischen Kommission gilt die betroffene Zone nach diesem Zeitraum ohne den Fund eines weiteren Schädlings als befreit. Der Erfolg der Kampagne auf der Inselgruppe könnte mit den gesammelten Erfahrungen weiteren betroffenen Gebieten helfen. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit vieler Experten, die Mithilfe von Bürgern, die über befallene Exemplare informierten, sowie eine gesetzliche Änderung, die die Einfuhr von Palmen auf die Kanaren ab sofort nur noch in Samenform oder bis zu einem bestimmten Durchmesser von unter sechs Zentimetern erlaubte.

Innerhalb der Kampagne wurden außerdem Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen für die eingesetzten Fachkräfte gestartet. Mit Kursen, Sensibilisierungsveranstaltungen und Aufklärungsarbeiten zur Erkennung eines solchen Schädlingsbefalls wurde darauf hingearbeitet, beschädigte Palmen schnell beseitigen zu können und präventive Behandlungen in und um die betroffenen Gebiete anzuwenden, die durch regelmäßige Untersuchungen einer stetigen Kontrolle unterstanden.

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