Suche nach Schildkrötenspuren am Strand von Cofete

Das Wiederansiedlungsprojekt der Unechten Karettschildkröte auf Fuerteventura geht nun in eine entscheidende Phase, denn sie könnte zeigen, ob die allerersten Schildkrötenbabies, die vor zehn Jahren in Cofete geschlüpft sind, wie geplant an ihren Geburtsstrand zurückkehren, um dort selbst Eier zu legen. Die mit dem Vorhaben beauftragte Umweltschutzabteilung der Inselverwaltung (Cabildo) hält an der Hoffnung fest, in der nächsten Zeit auf Panzerspuren im Sand der Strände zu stoßen.

Rund ein Jahrzehnt nach dem Start des Projekts hofft man nun zu erfahren, ob sich die jahrelangen Bemühungen, Schildkröteneier von den Kapverden an den bewachten Strand im Südwesten der Insel zu bringen, schließlich auszahlen. In den nächsten Monaten werden dazu zahlreiche Standorte wie die Playa de Cofete sowie umliegende Küstenstreifen überwacht und nach möglichen Spuren abgesucht.

Darüber hinaus wird auch um Mithilfe der Bürger gebeten. Info-Material an den betroffenen Stränden soll Besucher darüber aufklären, wie sie Panzerabdrücke von Schildkröten im Sand erkennen, um im gegebenen Falle das Cabildo zu benachrichtigen.

Im Jahr 2006 wurden die ersten Eier, die aus der weltweit drittgrößten nistenden Population von Meeresschildkröten auf den Kapverden entnommen wurden, an den beschützten Strand von Cofete gebracht. Da man durch Forschungen herausgefunden hatte, dass meist nur knapp ein Fünftel des Schildkrötennachwuchses in seiner ursprünglichen Heimat überlebt, schlug das Projekt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. In warmen Nistgruben vergraben, wurden die kleinen Schildkröten nach dem Schlüpfen in die Auffangstation nach Morro Jable gebracht, um ihre Überlebenschancen bis zu einer gewissen Größe zu maximieren und sie anschließend am selben Strand in die Freiheit entlassen zu können. Alle Exemplare wurden zudem mit einem Mikrochip ausgestattet, um sie bei zukünftigen Wiederbegegnungen identifizieren zu können.

Bislang ist noch nicht bekannt, ob eine der ausgesetzten Schildkröten schon zum Nisten „nach Hause“ zurückgekehrt ist. Da die Tiere in einem Alter von etwa 10-15 Jahren ihre Geschlechtsreife erreichen, schätzt man, dass es bereits in diesem Jahr so weit sein könnte.

Auch wenn seit Jahren keine Eier mehr nach Cofete gebracht wurden, bleibt das Wiederansiedlungsprojekt mit der entscheidenden Suche nach Panzerspuren weiterhin offen. Sollten die Tiere tatsächlich an ihren Geburtsstrand zurückkehren, will man die Gespräche zwischen der spanischen Regierung und den Kapverden erneut aufnehmen, um mit den Ansiedlungsmaßnahmen auf Fuerteventura fortzufahren.

Eine zukünftige Phase des Projekts könnte in einer Aufzucht in Gefangenschaft bestehen, bei der die Schildkröten zusammen mit weiteren Exemplaren in den Einrichtungen der Aufzuchtanlage leben würden. Dort sind ausgewachsene Männchen und Weibchen untergebracht, sodass man durch die Simulation eines geeigneten Niststrandes versuchen könnte, eine Paarung zu ermöglichen. Ein solcher nächster Schritt wäre jedoch nur sinnvoll, wenn das Projekt sich als erfolgreich herausstellen würde.

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